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Humboldt-Universität zu Berlin - Vergleichende Demokratieforschung und Politische Systeme Osteuropas

SoSe 2015

# 53082 Projektseminar (Teil I)

Deutungsmuster der „Ukraine-Krise“

Ein Vergleich nationaler Diskurse in Ost- und Westeuropa und den USA

Schon die Suche nach einer angemessenen Bezeichnung der jüngsten politischen Entwicklungen in der Ukraine, zwischen Russland und der Ukraine sowie die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Ost-West-Beziehungen gestaltet sich kontrovers: (Demokratische) Revolution oder (faschistischer) Umsturz? Innenpolitische Krise oder hybrider Krieg? Stabilisierung und (humanitäre) Hilfe in einem ethnischen Konflikt oder militärische Intervention und Annexion? Verteidigung demokratischer europäischer Werte oder Renaissance eines Ost-West-Blockdenkens? Das Projektseminar will die unterschiedlichen, teils widersprüchlichen Deutungen, die dieselben Ereignisse in den offiziellen (politischen) Stellungnahmen sowie in den Medien in verschiedenen Ländern erfahren, dokumentieren und vergleichend auswerten. Neben der ukrainischen, russischen und deutschen Sichtweise sollen hierbei auch weitere Standpunkte aus anderen EU-Staaten, den USA, der Türkei u.v.m. einbezogen werden. Dabei geht es nicht darum, eine „richtige“ Deutung zu identifizieren. Ziel ist es vielmehr, die jeweiligen nationalen Diskurse seit Beginn der „Krise“ im Winter 2013/14 nachzuzeichnen und dabei zu fragen, wie sich Eigen- und Fremdwahrnehmungen seither verschoben haben, wie sich die Diktion verändert, welche Aspekte betont, welche verschwiegen werden – und welche Muster sich hierbei vergleichend herausarbeiten lassen. Um nur einige mögliche Fragen zu formulieren: Wie werden politisch besetzte Begriffe wie „Westen“, „Europa“, „Demokratie“, „Recht auf Selbstbestimmung“ etc. verwendet? Wer nutzt/instrumentalisiert welche historischen Narrative zur Legitimation aktueller Interessen? Wie verändern sich Freund/Feind-Bilder?

Das Projektseminar ist auf zwei Semester angelegt; im Sommersemester liegt der Schwerpunkt auf der Rekonstruktion der aktuellen Ereignisse anhand von politischen Dokumenten, Reden und Medienberichten. Hierbei werden verschiedene Methoden der Datenerhebung und –auswertung im Rahmen quantitativer und qualitativer inhaltsanalytischer Verfahren vorgestellt und angewendet. Auch geht es um die Erarbeitung theoretisch-konzeptioneller Erklärungsansätze, die eine sinnvolle Auswahl und Auswertung der empirischen Daten ermöglichen. Zum Ende des Semesters sollen alle TeilnehmerInnen ein Forschungsdesign erarbeitet haben, anhand dessen sie einen bestimmten Aspekt des Themas eigenständig untersuchen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden im Verlauf des zweiten Semesters zusammengetragen und dokumentiert. Sofern genug substantielle Ergebnisse generiert werden können, ist eine gemeinsame Publikation der Forschungsarbeiten geplant.

Dozentin: Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff

Mittwoch, 08.30-12.00 Uhr, Uni 3b, Raum 005

 

#53074 Research Design and Implementation

BGSS course: For advanced MA students only! Please contact lecturer for admission.

Der BGSS-Kurs findet in Luisenstraße 56 statt.

Dozentin: Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff

 

#53074 BA-, MA- und DoktorandInnen-Kolloquium Vergleichende Demokratieforschung und politische Systeme Osteuropas

Dozentin: Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff

Freitag 12.00 - 14.00 Uhr, Uni 3b, Raum 001

Für Anmeldungen wenden Sie sich bitte an anna.fruhstorfer@hu-berlin.de

 

#53013  Institutioneller Wandel zwischen Demokratie und Autokratie

Nicht alle politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozesse in (ehemaligen) Autokratien führen zwangsläufig zur Etablierung einer stabilen liberalen Demokratie. Viele verharren in der analytisch schwer zu definierenden Grauzone zwischen Autokratie und Demokratie. Außerdem sind zunehmend auch Re-Autoritarisierungstendenzen in bereits als konsolidiert geltenden neuen Demokratien zu beobachten. Das Seminar analysiert vor diesem Hintergrund wichtige politische
Institutionen (insbesondere Parlament, Verfassungsgerichte und Exekutiven) und ihre Rolle bei der Etablierung autokratischer Strukturen.

Zentral ist dabei die Frage nach einer Umdeutung von ursprünglich demokratischen Institutionen, deren abstraktes Regelsystem in konkreten gesellschaftlichen und politischen Kontexten zu einer Umdeutung bzw. sogar Pervertierung führen kann. Eine wichtige Rolle hierbei spielen verschiedene regionale Kontexte, formale und informelle Spielregeln sowie die institutionelle Einbettung aus vergleichender sowie länderspezifischer Perspektive. Dabei wird es auch um eine kritische Auseinandersetzung mit den oftmals dualistischen Ansätzen der Demokratisierungs- und Autokratieforschung gehen.

Dieses Seminar verfolgt damit zwei Ziele:
1) institutionellen Wandel aus vergleichender Perspektive sowohl historisch als auch typologisch zu betrachten und damit die Varianz und Entwicklung zum Beispiel des postsozialistischen Institutionengefüges zu erklären.

2) anhand eigener Forschungsprojekte Wege der Datenerhebung und –auswertung in diesem Feld (z. B. Verfassungstexte, Geschäftsordnungen, Protokolle, Mediendiskurse) mit unterschiedlichen Methoden empirischer Sozialforschung kennen- und anwenden zu lernen.

Dozentin: Anna Fruhstorfer

Montag: 12:00 bis 16:00 Uhr, Uni 3b, Raum 004

 

#53026 Verfassungspolitik im Vorderen Orient (Ägypten, Israel, Türkei) Seminar/Proseminar

Im Juni 2012 wurde nach einem Urteil des ägyptischen Verfassungsgerichts das ägyptische Parlament aufgelöst. 2008 entging die Regierungspartei in der Türkei, die AKP, nur knapp einem Verbot durch das türkische Verfassungsgericht; 2014 erklärte dasselbe Gericht die Gesetze zur Twitter- und You-Tube-Sperrung für verfassungswidrig. Die Versuche in Israel eine Verfassung zu verabschieden, scheiterten nicht nur 1948 sondern auch 2006, nach einem dreijährigen Versuch der Knesset, die „Basic Laws“ durch eine Verfassung zu ersetzen. Beispiele wie diese sollen in dem Vertiefungsseminar aufgegriffen und systematisch der Frage nach dem Zusammenspiel von Verfassung und Politik und der Rolle ihrer Interpreten, den Verfassungsgerichten und Obersten Gerichten, aber auch anderen AkteurInnen nachgegangen werden. Im ersten Teil des Seminars werden zunächst konzeptionelle und theoretische Grundlagen erarbeitet und verschiedene Aspekte und Bedeutungen des Begriffs „Verfassungspolitik“ diskutiert. Auf diesen Grundlagen aufbauend werden dann Fallstudien aus der Region des „Vorderen Orients“ (Ägypten, Israel, Türkei) systematisch analysiert, verglichen und die Reichweite und Erklärungskraft der erarbeiteten Konzepte diskutiert. Ziel des Seminars ist es, den Studierenden über die Verfassungspolitik der ausgewählten Länder einen Blick auf deren politischen Systeme und gesellschaftlichen und politischen Konfliktlinien zu eröffnen.

Dozentin: Maria Haimerl

Donnerstag: 08:30 bis 10:00 Uhr, Uni 3b, Raum 001

 

#53004 Grundkurs: Politische Theorie und Ideengeschichte

Dozent: Felix Petersen

Dienstag, 12.00-14.00 Uhr, Uni 3b, Raum 205