Humboldt-Universität zu Berlin - Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie

Forschungsgruppe Ökologische Konflikte

Inhalt 🖉

 

 

Vortragsreihe "Ökologische Konflikte"

Plakat zur Vortragsreihe "Ökologische Konflikte" (immer 16-18 Uhr, DOR26, 208): 20.04. Stephan Lessenich, 11.05. Anita Engels, 01.06. Melanie Pichler, 22.06. Ingolfur Blühdorn


Aktuelle Erhebung: Selbst- und Gesellschaftsbilder in der Transformation

Es gibt zurzeit viele gesellschaftliche Veränderungen, die Konflikte auslösen. Aktuell führen wir in einem großen Lehrforschungsprojekt eine Interviewstudie durch, in der wir mit Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Branchen sprechen: Wie nehmen die Menschen die Zeiten der Transformation wahr? Wie sehen sie ihre eigene Lebenssituation und ihre berufliche Rolle? Wie funktionieren aus ihrer Sicht zurzeit Gesellschaft und Politik - und wie sollten sie eigentlich funktionieren? Über diese Selbst- und Gesellschaftsbilder der Menschen in ihrem persönlichen und beruflichen Alltag wollen wir die gegenwärtigen Legitimationsprobleme und Konflikte besser verstehen. Als Teil des Forschungsprojekts "Ökologische Konflikte" interessiert uns dabei natürlich auch, aber nicht nur, wie Menschen die viel besprochene „ökologische Transformation“ sehen.

 

Die Forschungsgruppe: Ausgangsidee

 

Letzte Generation Blockadeaktion Klimademo Luitpoldbrücke München 2022-11-22 InterviewDie Intensität ökologischer Konflikte steigt. Denn es geht nicht nur um umwelt- oder klimapolitische Sachfragen geht, sondern auch um die Gestalt der sozialen Ordnung – um ihre institutionelle Struktur, die privilegierten sozialen Gruppen und ihre Konfliktkultur. In den ökologischen Konflikten werden die Konturen der kommenden Gesellschaft ausgehandelt. Dieser Vermutung geht eine Forschungsgruppe nach, die von der Gerda Henkel Stiftung für 3 Jahre gefördert wird (Gesamtsumme ca. 235.000 €) und die Ordnungs­vorstel­lungen und Konflikt­dynamiken ökologischer Aus­einander­setzungen in den Blick nimmt. Die Gruppe besteht neben Prof. Vincent August (Berlin) und Prof. André Brodocz (Erfurt), drei Promovierenden und studentischen Mitarbeiter*innen.   

Ziel des Projektes ist es, die normativen und strategischen Kräfteverhältnisse systematisch zu analysieren. Dabei treffen mehrere Dimensionen zusammen: Einerseits ist die ‚ökologische Krise der Demokratie‘ eine Auseinandersetzung um die demokratische Institutionenordnung, um deren Konturen in den Konflikten gerungen wird. Gleichzeitig werden die Repräsentationsansprüche bestimmter sozialer Gruppen verhandelt, die als Repräsentanten der "zukünftige Generation" oder der "Letzten Generation" auftreten, während die Gegenseite als "Boomer-Generation" erscheint oder sich selbst als Vertretung einer bedrohten Mehrheitsgesellschaft sieht. Wer beansprucht Repräsentation und wie werden solche Ansprüche durchgesetzt? Wie stehen hier organisierte Akteure zu den Selbstverständnissen in einem weiteren, diffuseren Publikum? Und welche Konfliktdynamiken entstehen daraus? Diese Konflikte um soziale und politische Repräsentanz haben schließlich noch ein dritte Dimension. Denn in ihnen werden auch die Umgangsformen gesellschaftlicher, ‚ziviler‘ Interaktion neu bewertet. In den Auseinandersetzungen um zeichnen sich so auch neue Muster der Konfliktaustragung ab. Diese gesellschafts-, repräsentations- und konflikt­theoretischen Fragen untersucht das Projekt empirisch, indem es konkrete Konfliktgeschehen im Detail analysiert, vergleicht und zu weiteren Fällen ins Verhältnis setzt. Darunter sind z.B. das "Heizungsgesetz", die „Kohlekommission“, ebenso wie Studien, die die sich wandelnden Dynamik der ökologischen Auseinandersetzungen über längere Zeiträume untersucht. (Abb.: Letzte Generation via WikiCommons,  München 2022, CC BY-SA 4.0)

 

Team

  • Vincent August (Leitung Berlin; Schwerpunkte: Dynamiken des Konflikts und Strategien der Akteure, Klimabewegung, Climate Obstruction)
  • André Brodocz (Leitung Erfurt; Schwerpunkte: Repräsentationskonflikte)
  • Sebastian Barth (Mitarbeiter, Berlin)
  • Veza Clute-Simon (Mitarbeiterin, Berlin)
  • Cosima Adams (Gastwissenschaftlerin, Frankfurt/Berlin)
  • Noémi Grißmer (Studentische Mitarbeiterin, Berlin)
  • ehemaliger Mitarbeiter: Patrick Smieskol (Berlin)

 

Förderung

Logo der Gerda Henkel Stiftung

 

Publikationen (**peer-reviewed)

 

Medienbeiträge

 


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Sitz

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