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Humboldt-Universität zu Berlin - Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie

Christoph T. Burmeister, M.A.

Biografisches | Publikationen | Vorträge | Tagungen, Konferenzen, Workshops | Forschung | Mitgliedschaften

 

 

 

Postanschrift

 

Humboldt-Universität zu Berlin
Kultur-, Sozial- und Bildungswissensch​aftliche Fakultät
Institut für Sozialwissenschaften
Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie
Unter den Linden 6
10099 Berlin

 

E-Mail: burmeister@europa-uni.de

 

Forschungsinteressen

Soziologie (und Geschichte) der Kindheit | Soziologische Theorie | Kultursoziologie | Emotions- und Affektsoziologie | poststrukturalistische Soziologie| Praxistheorie | Gouvernementalitätsstudien

 

Biografisches

 

seit 2020 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie bei Prof. Dr. Andreas Reckwitz, Humboldt Universität zu Berlin
2014-2020                 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Vergleichende Kultursoziologie bei Prof. Dr. Andreas Reckwitz, Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder
2012 - 2014                                             Promotionsstipendiat des Studienförderwerks Klaus Murmann der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw); selbst gekündigt
2009 - 2012 Vertreter der Studierenden im kulturwissenschaftlichen Fakultätsrat der EUV
2009 - 2012 MA-Studium "Soziokulturelle Studien" an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder
2008 - 2012 Stipendiat des Studienförderwerks Klaus Murmann der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw)
2008 - 2014 Tätigkeiten als wissenschaftliche Hilfskraft in den Fachbereichen Kulturgeschichte, Sozial- und Kulturanthropologie, Kultursoziologie
2007- 2008 Studium der Soziologie und Ethnologie an der Universität Sophia Antipolis in Nizza, Frankreich
2006 - 2009 BA-Studium der Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder
2003 - 2006 freiberufliche Tätigkeiten in Ausstattung und Requisite bei diversen Kinofilmproduktionen
2002 Abitur in Neumünster, Schleswig-Holstein

 

Publikationen

 

2020b     Der Affekt Angst und die (Soziologie der) Gegenwartsgesellschaft, in: Susanne Martin/Thomas Linpinsel (Hg.), Angst und Regression: gesellschafts- und kulturwissenschaftliche Perspektiven, Wiesbaden: VS, in Vorb.
2020a Noch einmal: Kindheit als Dispositiv, in: Sabine Bollig/Lars Alberth/Larissa Schindler (Hg.), Materialitäten der Kindheit, Wiesbaden: Springer VS, in Vorb.
2019b Von der "Natur des Kindes" zur Formation des sich selbstführenden Selbst. Eine Subjektanalyse Rousseaus Émile als Beitrag zur Genealogie moderner Subjektivierung, in: Michael Hohlstein/Rudolf Schlögl/Isabelle Schürch (Hg.): Der Mensch in Gesellschaft. Zur Vorgeschichte des modernen Subjekts in der Frühen Neuzeit, Paderborn u.a.: Schöningh 2019, S. 105-136.
2019a Seele, in: Jürgen Hasse/Verena Schreiber (Hg.), Räume der Kindheit, Bielefeld: transcript, S. 309-314.
2018 Angst im Präventionsstaat. Das Regieren moderner Kindheit im Wandel, in: Sigrid Betzelt/Ingo Bode (Hg.), Angst im neuen Wohlfahrtsstaat. Kritische Blicke auf ein diffuses Phänomen, Baden-Baden: Nomos, S. 183-207.
2017 Emotionen als Kompetenz. Über das Regieren der kindlichen (und erwachsenen) Seele in der Spätmoderne, in: Anna Fangmeyer/Johanna Mierendorff (Hg.), Kindheit und Erwachsenheit in sozialwissenschaftlicher Forschung und Theoriebildung, Weinheim: Beltz Juventa 2017, S. 37-54.
2016 Die Praxis der Kultursoziologie an der Oder, in: Kultursoziologie 25 (2016), H. 2, S. 5-18 (gemeinsam mit Daniel Felscher).
2011 „Exzellenz sind nicht zu Hause“, sagt der Lakai. Über Grenzziehungen und bewegende Ordnungen im Zeichen der Exzellenz, in: Anne Gräfe (Hg.): Oder/Denken. Stimmen aus dem Chor. Eine kritische Denkschrift, Frankfurt/Oder, S. 220-229.
2008 Rezension zu „Gruber, Martin: Platzverweis. Obdachlose in der Hamburger Innenstadt, Saarbrücken 2007“, in: EthnoScripts 10 (2008), H. 2, S. 196-200.

 

Vorträge

 
2019/10 Kindliche Sexualität und „der Pädophile“ als Monster der Spätmoderne, Workshop des Arbeitskreises Sexualitäten in der Geschichte, Centre Marc Bloch Berlin, 04.10.2019.
2019/05 Entwicklung = Zukunft + Angst/Hoffnung? Konturen spätmoderner Kindheit zwischen Präventierung und Optimierung, Gastvortrag im Rahmen der Freiburger Abendvorträge zur frühkindlichen Bildung, Universitäres Zentrum für Frühkindliche Bildung Fribourg (ZeFF), Université de Fribourg, 14.05.2019 (eingeladen).
2018/12 Der Affekt Angst und die (Soziologie der) Gegenwartsgesellschaft. Skizze einer Heuristik zur soziologischen Analyse von Angst am Beispiel Kindheit, Interdisziplinäre Tagung Angst und Regression: gesellschafts- und kulturwissenschaftliche Perspektiven, Justus-Liebig-Universität Gießen, 6.-7.12.2018.
2017/09 „Die bloße Macht der Dinge macht es [das Kind] gefügig und folgsam.“ Von künstlicher Natürlichkeit, dinghafter Notwendigkeit und affektiver (Selbst-) Führung – Rousseaus Émile als Prototyp modernen generationalen Ordnens, gemeinsame Jahrestagung der DGS-Sektionen Soziologie der Kindheit sowie Soziologie des Körpers und des Sports Materialitäten der Kindheit: Körper – Räume – Dinge, Uni Trier, 21.-23.09.2017.
2017/06 Angst im Präventionsstaat. Zum Zusammenhang von Angst und (Sozial-) Staatlichkeit, die Skizze einer Analyseheuristik und drei Episoden des Regierens moderner Kindheit, Jahrestagung der DGS-Sektion Sozialpolitik Angst im Sozialstaat – Sozialstaat in Angst?, HWR Berlin, 22.-23.06.2017.
2016/11 Von der „Natur des Kindes“ und der (Trans-)Formation des Sozialen. Rousseau als Theoretiker einer säkularisierten Pastoralmacht, Workshop Subjekt und Gesellschaft in der Neuzeit, Reinhart-Koselleck-Projekt „Vergesellschaftung unter Anwesenden“ (DFG), Köln, 07.-09.11.2016.
2015/11 Das Regieren des Kindes mittels „sozial-emotionaler Kompetenzen“. Thesen zur emotiven Subjektivierung des spätmodernen Subjekts, Workshop affective dis/orders Affekttheorie, Praxistheorie und Ethnographie im Gespräch, EUV Frankfurt/Oder, 27.11.2015.
2015/09 Gouvernementalität und Affizierung. Zur Bedeutung des Sinnlich-Affektiven in der Analyse spätmoderner Kindheit, Konferenz „…bei uns gibt es erst einmal keine andere Differenz außer Erwachsene und Kinder.“ Reflexive Perspektiven auf die Forschungspraxen der Soziologie der Kindheit. Tagung zum 20-jährigen Jubiläum der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Halle/Saale, 24.-26.09.2015.
2014/03 Regierung, sicherlich. Neue Formen der Produktion von (Un-)Sicherheit, neue theoretische Perspektiven (gemeinsam mit Jannik Pfister), Konferenz „Auf dem Weg zu einer sicheren Gesellschaft? Sicherheitskulturen – Kriminalpolitik – Kriminologie“ der Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie, ZiF Bielefeld, 27.-29.03.2014.
2013/12 Der hausgemachte Terrorist. Über das Regieren (mit) der Angst im Präventionsstaat seit ‚09/11‘, Konferenz Praktiken der Kritik, Nachwuchstagung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Frankfurt/Main, 05.-07.12.2013.

 

Tagungen, Konferenzen, Workshops

 

 
2016/09 Kindheit und Expertise – zur Institutionalisierung und professionellen Inanspruchnahme kindheitsorientierten Wissens. Sektionsveranstaltung Soziologie der Kindheit auf dem 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, 26.-30.09.2016 in Bamberg, organisiert und durchgeführt gemeinsam mit Doris Bühler-Niederberger und Lars Alberth.
2015/11 affective dis/orders. Affekttheorie, Praxistheorie und Ethnographie im Gespräch. Workshop am 27. November 2015 an der EUV in Frankfurt/Oder, konzipiert, organisiert und durchgeführt gemeinsam mit Stefan Wellgraf.
2013/09 Politische Kommunikation in der Demokratie – Wie viel Macht geht vom Volke aus? sdw Seminar, Drittmittel eingeworben im sdw-Projektwettbewerb (3.430,00 EUR), 06.-08.09.2013, TU Berlin, inhaltliche Konzeptualisierung und Moderation.
2013/01 Silence about Race/Reconfigurations of Racism. International Seminar organised within the TOLERACE research project „The Semantics of Tolerance and (Anti-Racism) in Europe“, January 7–8, 2013, European University Viadrina, Organisation.

 

Forschung

 

Forschungsinteressen 
 

Soziologie (und Geschichte) der Kindheit | Soziologische Theorie | Kultursoziologie | Emotions- und Affektsoziologie | poststrukturalistische Soziologie | Praxistheorie | Gouvernementalitätsstudien

 

Gegenwärtiges Forschungsvorhaben
 

Promotion: Das Problem Kind
Eine kultursoziologische Analyse der Gouvernementalität spätmoderner Kindheit


„Kindheit“ hat es nicht immer gegeben. Angetrieben von der Vorstellung, dass Kindheit und kindliche Entwicklung kontrollierbar und der zukünftige Mensch somit erschaffbar sei, konstituierte sie sich als zentrales Erziehungsprojekt der Moderne. Ausgehend von dieser Historizität von Kindheit fragt das Dissertationsprojekt nach dem „Problem Kind“ in der Gegenwartskultur. Die Arbeit geht davon aus, dass die tiefgreifenden und hinreichend erforschten Transformationen, die die (westlichen) Gesellschaften seit den 1970er Jahren erfasst haben, sich auch auszeichnen durch einen Ausbau von Rationalitäten und Technologien der Prävention. Kurz, dass Präventionsregime sich als prominente Sicherheitsdispositive der Gegenwart erweisen und die Ratio gegenwärtiger Zukunftsvorstellungen liefern. Die zentrale Frage meiner Dissertation „Was macht die spätmoderne Kindheit im Zeichen omnipräsenter Unsicherheiten und Prävention aus?“ will die Auswirkungen dieser Entwicklungen in einem von diesem Blickwinkel bisher ignorierten Feld, dem der Kindheit, erforschen.

Leitende Arbeitshypothese dabei ist, dass in der Gegenwartskultur, die sich sowohl durch Semantiken der Unsicherheit als auch durch einen zumeist katastrophischen Blick in die Zukunft auszeichnet, „Kindheit“ zunehmend auf die unsichere (aber stets unbekannte) Zukunft hin ausgerichtet wird, ja, dass diese überladen wird mit auf die Zukunft ausgerichteten Präventionsprogrammen einerseits sowie solchen der Optimierung und des Vorbereitet-seins andererseits, so dass die „Kindheit der Kindheit“, oder genauer: die Gegenwart der „Kindheit“ verschwindet.

Weiter wird die Arbeitshypothese verfolgt, dass dem (politischen) Affekt Angst in diesen Transformationsprozessen eine zentrale, mindestens zweifache Rolle zukommt: Als Produkt und Motor vermeintlich objektiver Unsicherheit sowie subjektiver Verunsicherung evoziert der Affekt Angst zum einen innerhalb der sogenannten „Mittelschicht“ eben jene auf die Zukunft des Kindes gerichteten Rationalitäten und Technologien. Zum anderen ruft der Affekt Angst ausgrenzende sowie disziplinierende Strategien dieser Klasse hervor, welche zu stärkerer Kontrolle und Überwachung der im unteren sozialen Feld angesiedelten Eltern und Kindern führt. Es ist zu unterscheiden zwischen den „Problemen des eigenen Kindes“ und den „Problemen der anderen Kinder“. Der häufig und zurecht beklagten Engführung einer gouvernementalen Analyseperspektive wird folglich dadurch begegnet, dass diese sowohl mit neueren Affekttheorien ins Gespräch gebracht als auch klassentheoretisch informiert wird. Erweiterungen, die sich aus dem Material ergeben und welche in der Arbeit kulturtheoretisch ausgebaut werden.

Die empirische Analyse des Dissertationsprojekts richtet sich auf die Spätmoderne. In Fallanalysen werden Dispositive der Bildung des Kindes und von Kindheit analysiert: 1) im pädagogisch-erziehungswissenschaftlichen Diskurs (wie den Kindheitswissenschaften), 2) in der formal-institutionellen Pädagogik (wie Kindergarten und Grundschule) sowie 3) in der informell-familiären Erziehung (wie Ratgeber und Internetforen). Nach dem „Problem Kind“ zu fragen verweist derweil darauf, als Ausgangspunkt der Analyse implizite (politische) Problematisierungen zu wählen: Was ist das Problem bzw. wird zu einem Problem gemacht, auf das eine Präventionstechnologie, eine der Optimierung, des Vorbereitet-seins oder der Disziplinierung jeweils reagieren und einwirken soll? Was ist das „Objekt“ der Problematisierung und welche Interventionsfelder werden dergestalt entworfen? Welche – auch widerstreitenden – Wissensformen und Regierungstechnologien nehmen sich des Problems an bzw. entfalten sich aus diesen? Und welche positiv-erstrebenswerten sowie negativ-abzulehnenden Sozialfiguren „(un-)glücklicher Kindheit“ sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts auszumachen?

Masterarbeit: Angst im Präventionsstaat. Über Staatlichkeit, Gefahrenvorgriff und Affizierung

Bachelorarbeit: Das „Projekt“ im 21. Jahrhundert. Zur Reziprozität von Medientransformation und Subjekttransformation. Eine ethnographische Fallstudie in einem virtuellen sozialen Netzwerk

 

Mitgliedschaften
 

Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)

DGS-Sektion Soziologie der Kindheit

DGS-Sektion Soziologische Theorie

 

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