Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Sozialwissenschaften

Re:Europe in Berlin – Abschluss der Touring Summer School 2025

Die Touring Summer School „Re:Europe – Rethinking Europe Together“ brachte 2025 31 Studierende aus Bulgarien, Nordmazedonien, Frankreich und Deutschland zusammen. Über vier Stationen – Skopje/Prishtina, Sofia, Paris/Dijon und Berlin – setzte sich die Gruppe mit Europas Konflikten, politischen Ordnungen und Zukunftsfragen auseinander. Finanziert wurde das Gesamtprojekt vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW/OFAJ), das damit einen mehrnationalen, wissenschaftlich fundierten und dialogorientierten Austausch ermöglichte.

Das Gesamtkonzept: Europa „on tour“ neu denken

Die Summer School war als „touring“ Format angelegt: Jede Station vertiefte einen anderen Schwerpunkt – von Postkonfliktgesellschaften und EU-Erweiterung über Demokratisierung bis hin zu Erinnerungskultur und Medienfreiheit.
Kern des Konzepts war die Verbindung von:

  • Fachlichen Inputs aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft

  • Praxisbesuchen in Institutionen

  • Interaktiven Formaten wie Workshops, Stadtspaziergängen und Gruppenarbeit

So entstand ein Lernraum, in dem nationale Erfahrungen, persönliche Perspektiven und sozialwissenschaftliche Analyse unmittelbar aufeinandertrafen.

Der Berlin-Teil: Verdichtung der europapolitischen Debatten

In Berlin fand die Touring Summer School ihren Abschluss – und zugleich eine inhaltliche Verdichtung. An der Humboldt-Universität zu Berlin diskutierten die Studierenden:

  • EU-Erweiterung und Rechtsstaatlichkeit, insbesondere richterliche Unabhängigkeit

  • die Rolle von Medien und Öffentlichkeit in Versöhnungsprozessen

  • aktuelle Herausforderungen auf dem Westbalkan und den „Berlin-Prozess“

Gespräche im Deutschen Bundestag und im Auswärtigen Amt gaben Einblicke in deutsche und europäische Europapolitik aus der Innenperspektive und ermöglichten direkte Rückfragen an politische Entscheidungsträger*innen.

Berlin als Erinnerungs- und Konfliktlandschaft

Parallel wurde Berlin als Erinnerungslandschaft erschlossen: Besuche im Haus der Wannsee-Konferenz, im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung und an zentralen Gedenkorten verbanden historische Verantwortung mit aktuellen Debatten zu Krieg, Vertreibung, Antisemitismus und Rassismus.

Ein Austausch mit Reporter ohne Grenzen zur Lage der Pressefreiheit in Europa und auf dem Westbalkan rückte demokratische Mindeststandards und die Gefährdung kritischer Öffentlichkeit in den Mittelpunkt – Themen, die viele Teilnehmende aus ihren Herkunftsländern sehr konkret kennen.

Ergebnis: Ein Netzwerk für ein zukünftiges Europa

In der abschließenden Reflexion in Berlin bündelten die Studierenden die Erfahrungen aller vier Stationen, entwickelten gemeinsame Projektideen und festigten ein länderübergreifendes Netzwerk.

Die Touring Summer School „Re:Europe – Rethinking Europe Together“, ermöglicht durch das Deutsch-Französische Jugendwerk, zeigte, wie junge Europäer*innen Konflikte offen benennen, politisch denken und zugleich Vertrauen und Zusammenarbeit für ein zukünftiges Europa aufbauen können.


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