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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Sozialwissenschaften

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Sozialwissen­schaften | Studium | Studiengänge | Lütten Klein: Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft

Lütten Klein: Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft

Buchvorstellung am Institut für Sozialwissenschaften von Prof. Dr. Steffen Mau; Moderiert von Marie Rosenkranz (LB Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie)
Wann 25.11.2020 von 16:00 bis 18:00 (Europe/Berlin / UTC100) iCal
Wo ZOOM https://hu-berlin.zoom.us/j/69050381139
Kontaktname

Steffen Mau wächst in den siebziger Jahren im Rostocker Neubauviertel Lütten Klein auf. Als die Mauer fällt, ist er bei der NVA, nach der Wende studiert er, wird schließlich Professor. Währenddessen kämpft seine Heimat mit den Schattenseiten der Wiedervereinigung: Statt blühender Landschaften prägen verrostende Industrieruinen die Szenerie. Mit der neuen Freiheit und dem Massenkonsum kommen Erfahrungen sozialer Deklassierung.

30 Jahre nach 1989 zieht Mau mit dem ebenso scharfen wie empathischen Blick eines Lütten Kleiner Soziologen Bilanz. Er spricht mit Weggezogenen und Dagebliebenen, er schaut zurück auf das Leben in einem Staat, den es nicht mehr gibt. Wie veränderte sich die Sozialstruktur, wie die Mentalitäten? Was sind die Ursachen für Unzufriedenheit und politische Entfremdung in den neuen Ländern? Wie wurde aus der Stadt, in der er gemeinsam mit Kindern aller Schichten seine Jugend verbrachte, ein Ort sozialer Spaltung? Viele der Spannungen, so sein Fazit, die sich in Ostdeutschland beobachten lassen, haben ihren Ursprung in der DDR-Zeit. Doch wurden sie durch die Transformation nicht aufgehoben. Vielmehr verschärften sie sich zu gesellschaftlichen Frakturen, die unser Land bis heute prägen.