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Humboldt-Universität zu Berlin - Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie

Auf dem Weg in die Bewertungsgesellschaft? (DFG-Netzwerk)

 

Seit Anfang der 2010er Jahre setzt sich die Soziologie der Bewertung mit vielfältigen Phänomenen des Vergleichs und der Evaluation, des Rankens und des Ratens auseinander. Versuche, übergreifende gesellschaftliche Entwicklungen und Tendenzen zu untersuchen, bleiben bislang allerdings noch aus. Das Netzwerk will dazu beitragen, soziologische Expertise zu Bewertungen in unterschiedlichen Gesellschaftssphären zu bündeln und mittels des Vergleichs eine Analyse sphärenübergreifender Entwicklungen zu ermöglichen. Die Ausgangsthese lautet dabei, dass Bewertungen nicht nur in nahezu jedem Winkel der Gesellschaft anzutreffen sind, sondern sie sich in der jüngsten Vergangenheit auch immer weiter ausbreiten, intensivieren und transformieren: Wir befinden uns auf dem Weg in eine Bewertungsgesellschaft, der durch Prozesse der Quantifizierung und Standardisierung, der Digitalisierung und Algorithmisierung sowie der Popularisierung und Amateurisierung vorangetrieben wird.


Details
English Version

 

Netzwerktreffen online 2020 (Screenshot)

 

Laufzeit und Förderung / Duration and funding

Juli 2018 – Dezember 2022

Drittmittelprojekt Wissenschaftliches Netzwerk, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

 

Projektleitung / Principal Investigators
Dr. Anne K. Krüger, Nachwuchsgruppenleiterin „Neue Daten, neues Wissen? Infrastrukturen der Leistungsbewertung in der Wissenschaft“, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Dr. Thorsten Peetz, Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst

Prof. Dr. Hilmar Schäfer*, Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin
* verantwortlich für die Mittelverwendung gegenüber der DFG

 

Mitglieder / Members
Dr. Stefan Beljean, Max-Weber-Institut für Soziologie, Universität Heidelberg

Dr. Martina Franzen, Institute for Advanced Study in the Humanities, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

Thomas Frisch, M.A., DFG EXC 2037 Climate, Climatic Change & Society, Universität Hamburg

Prof. Dr. Julian Hamann, Juniorprofessor für Hochschulforschung, Institut für Erziehungswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Dr. Felicitas Heßelmann, Abteilung Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

Prof. Dr. Michael Hutter, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

Dr. Karoline Krenn, Kompetenzzentrum Öffentliche IT, Fraunhofer FOKUS Berlin

Dr. Jonathan Kropf, Fachgebiet Soziologische Theorie, Universität Kassel

Dr. Stefan Laser, SFB Medien der Kooperation, Soziologie – Workplace Studies, Universität Siegen

Sandra Matthäus, M.A., Institut für Soziologie, TU Chemnitz

Dr. Frank Meier, SOCIUM, Universität Bremen

Dr. Andrea Mennicken, Associate Professor of Accounting, London School of Economics and Political Science (LSE)

Dr. Cornelia Schendzielorz, Abteilung Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

Désirée Waibel, M.A., SOCIUM, Universität Bremen

 

Bisherige Gäste / Guests to date
Prof. Dr. Michael Hutter, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

Dr. habil. Tanja Bogusz, Gastprofessorin, Fachgebiet Soziologie sozialer Disparitäten, Universität Kassel

Prof. Dr. Herbert Kalthoff, Arbeitsbereich Wissens- und Bildungssoziologie, Qualitative Methoden, Institut für Soziologie, Universität Mainz

Prof. Dr. Nathalie Heinich, CNRS, Paris

Dr. Monika Krause, Associate Professor in Sociology, London School of Economics and Political Science (LSE)

Prof. Dr. Rainer Diaz-Bone, Professor für Soziologie mit Schwerpunkt qualitative und quantitative Methoden, Soziologisches Seminar, Universität Luzern

Prof. Dr. Fabian Muniesa, Centre de Sociologie de l’Innovation (CSI), Mines ParisTech

Prof. Dr. David Stark, Professor of Sociology, Columbia University, New York

 

Details

 

Verfahren des Vergleichs und der Evaluation, des Rankens und des Ratens prägen bereits seit einiger Zeit das Bild der Gesellschaft. Auf Märkten wird der Preis von Gütern verhandelt, Lehrerinnen benoten die Leistungen von Schülern, Kritikerinnen verreißen die jüngste Premiere – die Liste ließe sich leicht fortsetzen. Aktuell kann man allerdings Entwicklungen beobachten, die zur Intensivierung und Verbreitung von Praktiken des Bewertens führen. Prozesse der Quantifizierung und Standardisierung, der Digitalisierung und Algorithmisierung sowie der Popularisierung und Amateurisierung verändern die Art und Weise, in der innerhalb von Gesellschaft bewertet wird. Seit Beginn dieses Jahrzehnts untersucht die „Soziologie der Bewertung“ (Lamont 2012) auf der Grundlage vielfältiger theoretischer Perspektiven die unterschiedlichsten empirischen Felder und bringt dabei verschiedene spezielle Soziologien miteinander ins Gespräch. In zahlreichen Einzelstudien werden Phänomene der Bewertung aufmerksam verfolgt und detailliert nachgezeichnet. Versuche, übergreifende gesellschaftliche Entwicklungen und Tendenzen zu untersuchen, bleiben bislang allerdings noch aus.
Das beantragte Netzwerk stellt sich dieser Forschungslücke und versammelt Mitglieder, die sich aus verschiedenen theoretischen und empirischen Perspektiven mit dem Phänomen der Bewertung beschäftigen. Es wird dazu beitragen, soziologische Expertise zu Bewertungen in unterschiedlichen Gesellschaftssphären zu bündeln und mittels des Vergleichs eine Analyse sphärenübergreifender Entwicklungen zu ermöglichen. Die Soziologie der Bewertung soll damit um eine gesellschaftstheoretische bzw. gesellschaftsdiagnostische Perspektive ergänzt werden. Die Ausgangsthese lautet dabei: Wenn Bewertungen in nahezu jedem Winkel der Gesellschaft anzutreffen sind und sie sich in der jüngsten Vergangenheit nicht nur immer weiter ausbreiten, sondern auch intensivieren und transformieren, dann befinden wir uns auf dem Weg in eine Bewertungsgesellschaft. Wie kann man einen solchen Wandel soziologisch beschreiben und welche Konsequenzen zieht er nach sich?
Um diese Frage zu klären, analysiert das Netzwerk die Gemeinsamkeiten und Differenzen von Praktiken der Bewertung in unterschiedlichen gesellschaftlichen Sphären, zeichnet ihren Wandel nach und identifiziert die Prozesse, die zu ihrem Umbruch beitragen. Auf dieser Grundlage wird eine bewertungssoziologisch informierte Perspektive auf gesellschaftliche Transformationsprozesse entwickelt.

 

English Version

 

Since the beginning of this decade, the sociology of valuation is scrutinizing phenomena like comparisons, evaluations, rankings, and ratings. Yet, it still refrains from attempts to identify overarching societal developments and tendencies. The network assembles sociological expertise on valuation in diverse societal spheres. It starts with the hypothesis that valuations not only abound throughout society, but that they are recently expanding, intensifying and transforming themselves: We are on our way to a valuation society, enabled by processes of quantification, standardization, digitalization, algorithmization, popularization and amateurization.

 

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