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Humboldt-Universität zu Berlin - Stadt- und Regionalsoziologie

Forschungsgebiete

Andrej Holm's Forschungsschwerpunkte sind Gentrification, Wohnungspolitik im internationalen Vergleich und Europäische Stadtpolitik.
In verschiedenen Forschungsprojekten, seiner Promotion und einer Reihe von Publikationen beschäftigte sich Andrej Holm mit verschiedenen Aspekten der Gentrification. Seine empirischen Arbeiten basieren dabei vor allem auf Studien zur Stadterneuerung in den Ostberliner Sanierungsgebieten. Neben Arbeiten zum Sozialstrukturwandel und den administrativ-politischen Steuerungsinstrumenten der Stadterneuerung hat er insbesondere die Zusammenhänge zwischen (sub)kulturellen und symbolischen Aufwertungen und immobilienwirtschaftlichen Inwertsetzungen untersucht.
Ein zweiter Forschungsschwerpunkt sind die Veränderungen der Wohnungspolitik. Im Mittelpunkt dabei standen Untersuchungen zum Verlauf und den Effekten von Wohnungsprivatisierungen ehemals öffentlicher Wohnungsbestände sowie die Auswirkungen der Hartz-IV-Gesetzgebungen auf die Wohnungsversorgung. In Fallstudien in Berlin und Frankfurt am Main hat er die Bewirtschaftungsstrategien institutioneller Anbieter und ihre sozialräumlichen Auswirkungen untersucht. Ein bei der DFG beantragtes Forschungsprojekt soll diese Untersuchungsansätze vertiefen.
In einem dritten Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich Andrej Holm mit der Durchsetzung von internationalen Leitbildern bei der Konstitution von Stadtpolitiken. Am Beispiel von stadtpolitischen Programmen der Europäischen Union im Rahmen eines URBEX-Forschungsprojektes hat er vorliegende Untersuchungen zur unterschiedlichen Anwendungen und Umsetzungen der Förderprogramme URBAN I und URBAN II ausgewertet. Im Rahmen des Forschungsprogramms „Neuordnungen des Städtischen im Neoliberalismus“ an der  Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt a.M standen weltweit zirkulierende Konzepte und Leitbilder der Stadtpolitik im Vordergrund seiner Arbeiten.
Ein quer zu den anderen Forschungsthemen gelagerter Schwerpunkt seiner Arbeiten sind die Strategien und Erfolgsbedingungen von städtischen sozialen Bewegungen. Ausgehend von einer Fachsitzung auf dem Geographentag 2010 in Wien gibt er zur Zeit einen Sammelband zu den Recht-auf-die-Stadt-Bewegungen mit heraus. Darüber hinaus arbeitet er an einer Aufarbeitung der stadtpolitischen Effekte von Hausbesetzungsbewegungen in Berlin und anderen Städten.    

Über seine Forschungsarbeit hinaus ist Andrej Holm in verschiedenen Stadtteil- und Mieterinitiativen aktiv und betreibt das Gentrificationblog.

 

Laufende Forschungsprojekte

 

Zwangsräumungen in Berlin. Untersuchung zu Umfang, Struktur, Ursachen und Auswirkungen von Räumungsklagen in Berlin

Projektlaufzeit: seit 01.03.2014

Gefördert: Rosa-Luxemburg-Stiftung

Projektleitung: Dr. Andrej Holm

Projektmitarbeiter/innen: Laura Berner, Inga Jensen

Kurzbeschreibung: Vor dem Hintergrund von steigenden Mieten und Protesten gegen Verdrängung in der Hauptstadt ist in den letzten Monaten das öffentliche Interesse am Phänomen der Zwangsräumungen gestiegen. Die Symbolkraft des unmittelbaren Wohnungsverlustes und das darin sichtbare Scheitern von institutionellen Vermittlungs- und Unterstützungsangeboten sowie von individuellen Lösungsstrategien haben in Einzelfällen ein breites Medienecho hervorgebracht und politischen Debatten im Abgeordnetenhaus von Berlin ausgelöst. Trotz dieser Aufmerksamkeit ist an Fakten zu Zwangsräumungen kaum mehr bekannt, als dass im Jahr 2010 knapp 10.000 Zwangsräumungsklagen bei den Berliner Amtsgerichten eingereicht wurden. Die Studie “Zwangsräumungen in Berlin“ soll einen Überblick der Situation von Zwangsräumungen und erzwungenen Umzügen geben, einen möglichen Zusammenhang von Zwangsräumungen und Wohnungsmarktveränderungen analysieren und die sozialstaatlichen Hilfs- und Unterstützungsangebote auf ihre Funktionsweisen und ihren Wirkungsgrad hin untersuchen.

 

Entwicklung der Gentrification-Forschung in Deutschland 1980 bis 2012

Projektlaufzeit: seit 01.04.2013

Gefördert: Fritz Thyssen Stiftung

Projektleitung: Prof. Jürgen Friedrichs, Prof. Jörg Blaisus, Dr. Jan Glatter; Dr. Andrej Holm

Projektmitarbeiter/innen: Jan Ueblacker

Kurzbeschreibung: Ziel des Vorhabens ist es, die empirischen Befunde zur Gentrification  in Deutschland aufzubereiten. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der west- und ostdeutschen Forschung zu. Im Einzelnen geht es um folgende Untersuchungsfragen: 1. Welche empirischen Untersuchungen zur Gentrification in deutschen Städten wurden an Hochschulen, Forschungsinstituten und im Auftrag der Kommunen im Zeitraum von 1980 bis 2012 durchgeführt?  2. Welche Paradigmen der deutschen Gentrification-Forschung lassen sich anhand der vorliegenden Forschungsarbeiten erkennen? Welche theoretischen Ansätze werden verwendet? 3. Ist die Entwicklung kumulativ? Gibt es übereinstimmende Ergebnisse? 4. In welcher Weise wird auf die internationale Literatur eingegangen, u. a. in der Theorie, den Akteuren, den Methoden und den Ergebnissen? 5. Welche empirische Relevanz haben Prozesse der Gentrification in der gegenwärtigen Stadtentwicklung in Deutschland?

 

GentriMap. Visualisierung von Stadtentwicklungstrends

Projektlaufzeit: seit 01.10.2011

Gefördert: Rosa-Luxemburg-Stiftung (Anschubfinanzierung)

Projektleitung: Dr. Andrej Holm

Projektmitarbeiter/innen: u.a. Jan Dohnke, Melanie Thewlis, Daniel Förste

Kurzbeschreibung: Ziel des GentriMap-Projektes ist die Erstellung einer auf kleinräumigen statistischen Daten basierenden Karte zur Stadtentwicklung in Berlin. Diese Form der GeoVisualisierung der Stadtentwicklung Berlins soll möglichst vielen Interessierten den Zugang zu Informationen eröffnen und das Verständnis komplexer städtischer Prozesse erleichtern. Durch die raumbezogenen Verknüpfung von Daten zur Sozialstrukturentwicklung, Wanderungsbewegungen, Gewerbeeinrichtungen und Wohnungsmarktkennziffern sollen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Faktoren sichtbar gemacht werden. Für möglichst kleinräumige Maßstäbe (Straßen, Blöcke, statistische Gebiete, LOR, PLZ-Bereiche) soll der zeitliche Verlauf von Veränderungen der einzelnen Dimensionen nachgezeichnet werden und ein empirisch basierter Algorithmus der Stadtentwicklung erarbeitet werden, der die Simulationen künftiger Entwicklung ermöglichen kann. Hintergrund sind Diskussionen der Stadtforschung, die Veränderungen in Nachbarschaften nicht länger auf endogene Entwicklungen zurückzuführen, sondern aus gesamtstädtischen Veränderungsdynamiken zu erklären. Insbesondere Annahmen über Verdrängungs-Ketten, und räumliche Verlagerungen von Pioniereinrichtungen im Gentrification-Kontext wurden bisher noch nicht auf einer gesamtstädtischer Maßstabsebenen analysiert.