Humboldt-Universität zu Berlin - Urban Citizenship Covid

Urban Citizenship & Corona

Urban Citizenship in Zeiten der Krise: Kopenhagen, Berlin, Tel Aviv

Urban Citizenship-Making at Times of Crisis. Building local-level resilience among migrants in Berlin, Copenhagen, and Tel Aviv

Willkommen auf unserer Projekt-Website. Die Forschung, die wir hier vorstellen, begann für uns zu Beginn der Corona-Krise mit zahlreichen Diskussionen mit Freund*innen und Kolleg*innen. Mit "Urban Citizenship-Making at Times of Crisis" hoffen wir, einen Beitrag zu den aktuellen Forschungen zu leisten, die sich der urbanen Dimension der Corona-Krise widmen. Insbesondere interessieren wir uns für den lokalen Zugang zu Rechten, Ressourcen und Informationen für Migrant*innen in Krisenzeiten.

In vielen Städten hängt der Zugang zu Rechten und Ressourcen für Migrant*innen entscheidend von der Unterstützung durch Beratungs- und Nachbarschaftsorganisationen ab: Migrant Serving Organisations (kurz: MSOs). Mit dem Aufkommen von Corona wurden diese Infrastrukturen vor große Herausforderungen gestellt. Denn in vielen Ländern führten zentralstaatliche Reaktionen auf die Pandemie zu strikten Lockdowns und zu beispiellosen Maßnahmen, die die Unterstützung von Migrant*innen stark einschränkten. Viele Menschen wurden dadurch von der dringend benötigten Hilfe abgeschnitten. In unserem 18-monatigen, von der Volkswagenstiftung geförderten Projekt untersuchen wir die Folgen dieser Maßnahmen für die Arbeit von MSOs und deren Klient*innen.


Unsere empirische Forschung fand zwischen Januar 2021 und Mai 2022 statt. In diesem Zeitraum haben wir rund 45 Interviews mit MSOs und anderen Akteuren geführt. Die folgenden Forschungsfragen leiteten unsere empirische Arbeit an:

 

• Wie haben die MSOs und ihre Mitarbeit*innen auf die Pandemiesituation reagiert, vor allem im direkten Umgang mit ihren Klient*innen?

• Wie kamen die MSOs mit der Pandemie mit restriktiven Vorschriften und vor allem mit den nationalen Lockdowns zurecht?

• Was passierte während der Pandemie an der Schnittstelle zwischen Klient*innen, MSOs und Stadtverwaltungen?

 

Mit drei lokalen Teams - an der Bar Ilan Universität, der Humboldt Universität und der Roskilde Universität – haben wir Fallstudien in Berlin, Kopenhagen und Tel Aviv bearbeitet. Die drei Fälle repräsentieren unterschiedliche Migrationsregime und Infrastrukturen für Migrant*innen; das Projekt ist vergleichend angelegt. Wir berücksichtigen die Relevanz lokaler Kontexte und untersuchen sowohl ähnliche als auch unterschiedliche Reaktionen auf die Pandemie.

Die Ergebnisse dokumentieren, wie Akteure und Mitarbeiter*innen im Feld ihren politischen und beruflichen Verpflichtungen nachkamen, um institutionelle (Versorgungs-)Lücken zu füllen. Oftmals hatten diese Lücken bereits bestanden, waren aber in der Pandemie noch verstärkt worden. Darüber hinaus zeigen wir, wie institutionelle Innovationen und kreative Arrangements entwickelt wurden, um mit der neuen Situation umzugehen. Einen systematischen Vergleich der drei Fallstudien publizieren wir in den kommenden Monaten. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören die Bedeutung von „bottom-up“ Organisierung und horizontalen Netzwerken zwischen MSOs, die Relevanz lokaler Verwaltungen in der Krise, sowie die Notwendigkeit, Fragen von „Resilienz“ aus ganzheitlicher Perspektive zu diskutieren, und dabei vor allem auch auf den Zugang zu Rechten und Ressourcen auf lokaler Ebene abzustellen und damit Formen von Stadtbürger*innenschaft zu stärken.

Auf unserer Website können Sie über das Menü auf der linken Seite unsere drei Fallstudien ansteuern. Sie können sich über unser Team informieren und finden Links zu weiterführenden Veröffentlichungen und Präsentationen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit unserer Online-Dokumentation und würden uns sehr freuen, von Ihnen zu hören!

Das Projektteam

 

Kontakt:

Berlin: Henrik Lebuhn

Kopenhagen: Tatiana Fogelman

Tel Aviv: Nir Cohen