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Humboldt-Universität zu Berlin - Empirische Sozialforschung

ABSU - Atypische Beschäftigung und soziale Ungleichheit

Das Projekt untersucht mögliche sozio-ökonomische Konsequenzen verschiedener Formen „atypischer“ Beschäftigungsverhältnisse. Diese „atypischen“ oder „flexiblen“ Beschäftigungsverhältnisse zeichnen sich dadurch aus, dass sie in einer oder in mehreren Dimensionen vom klassischen „Normalarbeitsverhältnis“ abweichen, etwa in der Dauer oder Lage der Arbeitszeit oder im Grad des Bestandsschutzes. Die zwei am häufigsten zu beobachtenden Formen atypischer Beschäftigung sind die Teilzeit und die zeitlich befristete Beschäftigung. Diese beiden Beschäftigungsarten sind deshalb für das Forschungsprojekt von zentraler Bedeutung.

Anhand verschiedener soziologischer bzw. ökonomischer Arbeitsmarkttheorien lassen sich Annahmen über Effekte dieser atypischen Beschäftigungsformen auf Struktur und Ausmaß sozialer Ungleichheit ableiten. Dabei steht insbesondere die Frage, ob und inwiefern atypische Beschäftigungsverhältnisse eher zu einer Spaltung des Arbeitsmarktes oder zu einer Integration von sonst ausgegrenzten Arbeitnehmergruppen in den Arbeitsmarkt beitragen, im Mittelpunkt.

Empirisch werden diese Annahmen mit Hilfe sekundäranalytischer Auswertungen verschiedener Bevölkerungsstichproben überprüft. Hierfür liegen Daten aus Deutschland (Mikrozensus und Sozio-ökonomisches Panel), Großbritannien (British Labour Force Survey und British Household Panel) und den Niederlanden (Sociaal-economisch Panelonderzoek) vor. Der Vergleich dieser drei Länder dient dem Ziel, strukturelle Konsequenzen atypischer Beschäftigungsverhältnisse unter variierenden institutionellen Rahmenbedingungen zu untersuchen.

Bei der Untersuchung der Effekte atypischer Beschäftigung werden hauptsächlich zwei Dimensionen sozialer Ungleichheit berücksichtigt: Einkommensungleichheit und soziale Mobilität. Weiterhin werden Auswirkungen atypischer Beschäftigungsverhältnisse auf den Prozess intragenerationaler Mobilität analysiert. In einem ersten Schritt wurden mit Hilfe der Ereignisanalyse Erwerbsübergänge zwischen Vollzeit, Teilzeit und Nichterwerbstätigkeit modelliert.

Bisher stand bei diesen Untersuchungen der deutsch-britische Vergleich im Vordergrund. Untersuchungen über den niederländischen Arbeitsmarkt folgen. Ein weiterer Schwerpunkt ist mit Analysen von Panelmodellen gesetzt, die sich auf Einkommens- und Statusunterschiede innerhalb der verschiedenen Länder konzentrieren.