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Humboldt-Universität zu Berlin - Innenpolitik der Bundesrepublik Deutschland

Lehrangebot WiSe 2020/21


Im Wintersemester 2020/21 bieten wir eine Reihe von Kursen an. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den verlinkten Beschreibungen im Vorlesungsverzeichnis.

 

Prof. Dr. Jochen Müller

Vertiefungsseminar: Die Abgeordneten des Bundestages: Rollenbilder, Interessen und Verhalten

 

Die Mitglieder des Bundestags entscheiden über die Zusammensetzung der Regierung und sind letztlich dafür verantwortlich, dass die Präferenzen der Wähler in Gesetze übersetzt werden. Ihr individuelles Handeln ist daher zentral für die Repräsentationsleistung des Bundestags. Gleichzei-tig sind sie in Parteien und starke Fraktionen eingebunden, die über ihren Einfluss und den Verlauf der Karriere mitentscheiden. Der Gegensatz zwischen Parteien bzw. Kombinationen von Parteien ist auch der den politischen Wettbewerb in Deutschland dominierende Konflikt. Es stellt sich da-her die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten und dem Spielraum der Mitglieder des Bundestags.

 

Im Seminar wird zunächst dargestellt, welche Aufgaben der Bundestag erfüllt und welche Rolle den Abgeordneten dabei zufällt. In einem zweiten Schritt beschäftigen wir uns mit Faktoren, die das parlamentarische Verhalten der Abgeordneten beeinflussen. Konkret werden wir etwa disku-tieren, welchen Einfluss Parteizugehörigkeit, Wahlkreisinteressen sowie persönliche Merkmale und Präferenzen auf das Abstimmungsverhalten und Debattenbeiträge haben.

 

Abgeschlossen wird das Seminar mit einer eigenständig durchgeführten empirischen Untersuchung. Entsprechend werden auch über das gesamte Semester hinweg Aspekte wissenschaftlichen Arbeitens sowie Analysetechniken und deren Anwendung behandelt. Vorgestellt werden auch aus-gewählte Datensätze, die für eigene Analysen zur Verfügung stehen. Besondere Aufmerksamkeit werden wir zudem der Frage widmen, wie Sie – ausgehend von der existierenden Forschung – eine eigene Forschungsfrage entwickeln können.

 

Grundkurs zur Vorlesung Politisches System der BRD

 

Kolloquium: Politisches System der BRD
 

Tristan Klingelhöfer

Grundkurse zur Vorlesung Politisches System der BRD (deutsch und englisch)

 

 
 

PD Dr. phil. Werner Reutter

"The least - or the most - dangerous branch of government?" Verfassungsgerichtsbarkeit in der Bundesrepublik Deutschland

 

In den Federalist Papers von 1787/88 hat Alexander Hamilton die Judikative und damit auch die Verfassungsgerichtsbarkeit noch als die „least dangerous branch of government“ bezeichnet. Sie sei – für Freiheit und Demokratie – die am wenigsten gefährliche der drei öffentlichen Gewalten. Heute steht Verfassungsgerichtsbarkeit nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland aus einem doppelten Grunde in der Kritik: Zum einen wird eine Tendenz zur „Politisierung“ diagnostiziert, d.h. insbesondere die Besetzung von Verfassungsgerichten ist dem Verdacht ausgesetzt, von parteipolitischen Motiven dominiert zu werden. Zum anderen wird eine „Justizialisierung“ der Politik beklagt, also das Übergreifen von Verfassungsgerichten auf die Sphäre der Politik. In dem Seminar werden beide Aspekte diskutiert. Ziel ist es, Rolle und Einfluss von Verfassungsgerichten in der Bundesrepublik Deutschland normativ zu bestimmen, theoretisch einzuordnen, empirisch zu erschließen und vergleichend zu bewerten. Um diese Ziele zu erreichen, werden wir im Rahmen des Seminars den Stellenwert von Verfassungsgerichtsbarkeit in der Bundesrepublik Deutschland diskutieren und der Frage nachgehen, wie sich Demokratie und Verfassungsrechtsprechung zueinander verhalten.

 

 
 

Prof. Dr. Hans-Jörg Schmedes

Regieren im Parteienbundesstaat: Informelle Kooperation im deutschen Regierungssystem

 

Regieren ist durch das formale Zusammenwirken der Verfassungsorgane geprägt, hängt in der Verfassungswirklichkeit jedoch in mindestens dem gleichen Maße von informellen Aushandlungsprozessen ab. Dies gilt in besonderer Weise für das deutsche Regierungssystem, in dessen Praxis das Spannungsverhältnis zwischen parlamentarischer Konkurrenzdemokratie und bundesstaatlicher Verhandlungsdemokratie auszugleichen ist. Das föderale Miteinander zwischen dem Bund und den Ländern wird dabei überlagert von den Strukturen und Gesetzmäßigkeiten des Parteienwettbewerbs. In dem Seminar sollen die formellen, insbesondere aber auch die informellen Aspekte des Regierens in Deutschland beleuchtet werden. Hierbei soll ein besonderer Schwerpunkt auf die in Deutschland gelebte Praxis des kooperativen Föderalismus sowie die Rolle des Parteiensystems gelegt werden.