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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Sozialwissenschaften

Stiftungen

Zwei oder mehr Menschen gründen gemeinsam eine Familie, aber sind kein Paar, nicht in Zwei oder mehr Menschen gründen gemeinsam eine Familie, aber sind kein Paar, nicht in höchstpersönlicher Liebe verbunden. Doch was bedeutet die Ausbreitung dieser Familienform des ‚Co-Parenting‘ für die (romantische) Liebe? Bisher existiert keine kultur- oder familiensoziologische Auseinandersetzung hiermit im deutschsprachigen Raum. Das Vorhaben untersucht daher die potentiellen Auswirkungen von Co-Parenting jenseits eines elterlichen ‚Liebesglückes‘ für die paarförmige Liebe. Liebe wird hierbei nicht als Gefühl verstanden, sondern als Semantik, als kulturelles Muster für die Beziehungsausgestal-tung.
Bedeutet dies das verfallsgeschichtliche Ende der Liebe, ein emotionales Dystopia, ausgehend vom Leitbild der romantischen Liebe? Das romantische Liebesideal fundierte v.a. im Golden Age of Marria-ge, das in der BRD von den späten 1950er bis zu den 1970er Jahren dauerte, das geschlechterunglei-che bürgerliche Normalfamilienmodell bzw. das männliche Ernährermodell. Transformiert sich die Liebe und öffnet sich für Familien- und Beziehungsformen jenseits der Hetero- und Paarnorm, für die aber teilweise noch die Bezeichnungen fehlen? Entfaltet sich in der post-romantischen Elternschaft gar ein utopisch-emanzipatives Potential, das Frauen und LGBTIQ*s aus patriarchalen, hetero- und paarnor-mativen Herrschaftsverhältnissen befreit? Oder treten Ambivalenzen zutage?
Das Vorhaben möchte diesbezügliche Zukunftsszenarien kultur- wie strukturtheoretisch systematisch durchleuchten und auch gesellschaftspolitische Herausforderungen thematisieren.

Leitung: Wimbauer, Christine Prof. Dr. phil.  (Soziologie der Arbeit und der Geschlechterverhältnisse)

Laufzeit: 04/2019 - 03/2020

Förderung: Volkswagen-Stiftung


In der Forschungswerkstatt kooperiert ein interdisziplinäres, internationales und mehrsprachiges Team in wechselnden Konstellationen. Alle Beteiligten teilen ein gemeinsames Interesse an dem Forschungsgegenstand „Verfassungspolitik in der Türkei“, betrachten das Thema jedoch aus unterschiedlichen disziplinären und nationalen Blickwinkeln.

Leitung: Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff in Kooperation mit Assoc. Prof. Ece Göztepe (Bilkent Universität) 

Laufzeit: 2017 – 2019 (2. Phase)

Förderung: Stiftung Mercator (im Programm "Blickwechsel: Studien zur zeitgenössischen Türkei"


Das Institut für Sozialwissenschaften (ISW) und das neue in Gründung befindliche Integrative Research Institute Law and Society (IRI LSI) der Humboldt-Universität zu Berlin heißen vier Einstein-Gastwissenschaftlerinnen willkommen, die hier aus juristischer und politikwissenschaftlicher Perspektive zum Themenkomplex „Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Autokratisierung" forschen werden.

Die Forscherinnen-Gruppe, die aus den Mitteln des Wissenschaftsfreiheits-Programms der Einstein Stiftung Berlin finanziert wird, kooperiert eng mit vier weiteren Einstein-Fellows, die am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) angesiedelt sind und sich mit Fragen von „Migration und Flucht“ beschäftigen.

Das gemeinsame Forschungsinteresse der Einstein-Fellows am ISW und am LSI gilt verschiedenen Aspekten des democratic backsliding und der Entwicklung neuer Formen autoritärer Herrschaft in der Türkei. Die Forscherinnen untersuchen aus unterschiedlichen disziplinären Perspetiven, wie angesichts der gegenwärtigen globalen Krise rechtsstaatlicher Demokratien Verfahren und Strategien entwickelt werden können, um demokratische Werte, Prinzipien und Institutionen (besser) zu schützen. Die Forschungsprojekte der vier Wissenschaftlerinnen fügen sich hervorragend in den bereits bestehenden Forschungsschwerpunkt am LSI ein.

Leitung: Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff (ISW), Prof. Dr. Anna-Bettina Kaiser (Juristische Fakultät), Prof. Dr. Philipp Dann (Juristische Fakultät)

Laufzeit: 08/2018 – 12/2019

Förderung: Einstein Stiftung


JUNITED geht zurzeit dem Erkenntnisinteresse nach, welche Reaktionsspektren auf ein sich wandelndes Einwanderungsland konkret mit Bezug auf die Themen Islam und Muslime in Deutschland empirisch zu erfassen sind. Die Islam- und Muslimbilder in Deutschland dienen dabei als Gradmesser der gesellschaftlichen Haltung gegenüber Minderheiten in einer sich pluralisierenden und heterogenisierenden Gesellschaft. Die Forschungsgruppe untersucht, wie vorhandene kulturelle und nationale Interpretationsmuster („Narrationen des Deutschseins“) im Zusammenspiel mit soziostrukturellen Faktoren den Diskursraum für Integrations- und Migrationsfragen in einer sich diversifizierenden Gesellschaft gestalten. Das Forschungsvorhaben stellt sich zur Aufgabe, diese Interaktionen zwischen kulturellen Narrativen und strukturellen Bedingungen herauszuarbeiten und zu analysieren. Das Studiendesign ist explizit auf diese Aufgabe ausgerichtet und unterscheidet sich theoretisch wie methodisch von bisher durchgeführten Studien, die entweder nur soziostrukturelle Elemente und Abstiegsängste thematisierten oder solche, die vor Allem kulturelle Faktoren zur Erklärung von Rassismus und Ausgrenzungstendenzen heranzogen. Um die theoretischen Annahmen empirisch zu überprüfen, fand eine quantitative, deutschlandweite Bevölkerungsumfrage (N=8270) statt. Durch qualitative Codierungen wurde das Material analytisch ergänzt. Auf der Basis dieses Datensatzes wurden bisher drei Bundesstudien und vier Bundesländerstudien vor allem zum Thema Einstellungen zu MuslimInnen in der postmigrantischen Gesellschaft veröffentlicht. 

Leitung: Prof. Dr. Naika Foroutan, Dr. Coskun Canan

Laufzeit: 06/2012 - 05/2019

Förderung: Stiftung Mercator


Teilzeit, Leiharbeit, Minijobs, Soloselbstständigkeit: Immer mehr Menschen in Deutschland sind prekär beschäftigt, das ist bekannt. Was aber bedeutet das subjektiv für die Betroffenen? Welche sozialen Folgen erwachsen daraus? „Ich gehe davon aus, dass sich Unsicherheiten auch in anderen Dimensionen wie der Fürsorge, der Gesundheit, der Teilhabe, im Wohnen und – was mich besonders interessiert – in Paarbeziehungen und Freundschaften zeigen können“, sagt Dr. Mona Motakef. Sie beschäftigen die Anerkennungsdefizite, die mit einem prekären Job einhergehen können. Können sie durch die Anerkennung in einer Liebesbeziehung abgefedert werden? Steigern sie sich, wenn es auch dort nicht gut läuft? Gelingt es prekär Beschäftigten, ob allein oder als Paar lebend, überhaupt alternative Quellen für Anerkennung zu finden? 

Leitung: Dr. phil. Mona Motakef

Laufzeit: 09/2018 - 03/2019

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung


Conflicts between religion and secularity (i.e., secular and religious discourses, norms, actors, and institutions) are shaped differently in differing socio-legal contexts in the Middle East and Europe. While current scholarship has often studied this tension by focusing on religious rituals (head-scarf, minarets, animal slaughter, etc.), we claim that new light can be shed on the religion/secularity tension by exploring a broader set of examples concerning bodily politics, that is legal contestations over images of the body and authority over the body. To explore the way secularity and religion shape and are shaped by the legal regulation of body politics we focus on three recent controversies: male circumcision, brain-dead organ donation, and abortion in three different countries Germany, Israel, and Turkey.

Leitung: Prof. Gökce Yurdakul, Prof. Shai Lavi (Tel Aviv University)

Laufzeit: 01/2016 - 12/2018

Förderung: German-Israeli Foundation (GIF)


Nicht ein Gespenst geht um in Europa - sondern viele: die Gespenster politischer Ratlosigkeit. Was tun? An Krisendiagnosen und Antwortversuchen mangelt es nicht. Doch eine Theorie politischer Ratlosigkeit fehlt. Denn die Frage "Was tun?" stellt sich nicht von selbst. Wann, wie und von wem wird sie gestellt und dadurch politische Ratlosigkeit überhaupt erst fest- und hergestellt? Politische Akteure haben ein Interesse an dieser Frage. Sie werfen einander Ratlosigkeit vor und antworten darauf mit konkurrierenden Politikangeboten. Politische Beraterinnen und Berater sind gleichfalls an der Frage der Ratlosigkeit interessiert. Um ihren Ratschlägen Gehör zu verleihen, schaffen und vergrößern sie den Beratungsbedarf ihrer Adressaten, den sie mit ihren Ratschlägen bedienen. Ähnliches gilt für Politikberatungs-Theoretiker. Sie erhöhen die Aufmerksamkeit für ihre Theorien und für ihre Meta-Ratschläge über den richtigen Umgang mit Rat, indem sie hierzu Ratlosigkeit fest- und herstellen. Die politische (Ideen-)Geschichte des Rats kann daher als eine Geschichte nicht allein der Reduktion, sondern zugleich der Produktion politischer Ratlosigkeit gelesen und erzählt werden. Vor ihrem Hintergrund lässt sich eine Theorie politischer Ratlosigkeit skizzieren. Diese wird die Gespenster der ratlosen Gegenwart zwar kaum vertreiben. Sie kann sie aber begreifbarer machen, indem sie anstelle schneller Antworten die Frage politischer Ratlosigkeit selbst wieder zum Beratungsgegenstand macht.

Leitung: Dr. phil. Felix Wassermann

Laufzeit: 02/2015 – 08/2018

Förderung: Volkswagen Stiftung


Der Begriff des Eigentums, und insbesondere des Eigentums an Grund und Boden, ist ein Schlüsselthema der modernen Gesellschafts- und Kulturgeschichte. Ausgehend von der These des französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau, dass der Ursprung der sozialen Ungleichheit aus den Privilegien der Landnahme entstehe - der illegitimen Einzäunung und anschließenden Kommodifizierung des Landbesitzes sowie des Ausschlusses anderer Nutzer und Nutzungen - geht diese Arbeit im Umkehrschluss der Frage nach, ob und wie ein gemeinschaftlicher Besitz und das Herauslösen des Bodens aus den Warenströmen zu einer gerechteren Gesellschaft führen könnten. In zahlreichen Gesellschaften, Kulturen und Religionen wurde und wird zum Teil auch heute noch Land als etwas Besonderes betrachtet, als ein Gut, das keine Ware wie jede andere ist und nicht individuell besessen werden kann. Zu nennen wären hier beispielsweise die Allmende im europäischen oder Al-Mashaa und Waqf im arabischen Raum, die Ejidos in Mexiko, die russischen Mir oder die Gramdanbewegung in Indien. Diese Modelle gemeinschaftlichen Besitzes lassen andere Gesellschaftsformen und soziale Verhältnisse aufscheinen. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, diese sehr unterschiedlichen Ansätze zu systematisieren und – über die historische und gesellschaftspolitische Analyse hinaus – auf ihr heutiges Potential zu befragen.

Leitung: Dr. phil. Sabine Horlitz

Laufzeit: 07/2017 – 07/2018

Förderung: Volkswagen Stiftung


This post doc project examines the impact of constitutional politics on the stability of autocratic and hybrid regimes. In line with recent research, it argues that constitutions and constitutional politics have a variety of purposes both in substance and in effect in these contexts. Assuming that ruling alone and absolutely is merely a theoretical possibility, political power is always, even in its most absolute sense dependent on a cohesive group and "a device" (following Ginsburg and Simpser) to control this group. In a surprisingly high number of cases, these devices of choice are constitutions. More importantly, hybrid regimes establish a unique form of commitment to constitutions. This results in fierce political conflicts over amendments. Hence, this project aims to understand how and why constitutional rule in autocratic and hybrid regimes helps to consolidate state power. The project utilizes an event-history approach, which allows to estimate the effects of the factors on the dependent variable (duration of the autocratic regime) over time. The preliminary factors found to hold some predictive power are few leadership changes, defeat in war, and low level of constitutional politics in general. The sample includes the constitutions of independent states that have existed between 1918 and 2015.

Leitung: Dr. Anna Fruhstorfer

Laufzeit: 2016 – 2017

Förderung: Volkswagen Stiftung


Das Forschungsprojekt untersucht Ansprüche an betriebliche Partizipation und lebensweltliche Reproduktion vor dem Hintergrund subjektiver Krisen- und Ungleichheitserfahrungen im Bereich hochqualifizierter Arbeit. Im Fokus stehen die Wahrnehmungen und Handlungsorientierungen von Fach- und Führungskräften sowie betrieblichen Interessenvertretungen. Deren Ansprüche an den Gesamtzusammenhang von Arbeit und Leben, wie er sich insbesondere über das Geschlechterverhältnis vermittelt, werden im Kontext der Umstrukturierung von betrieblichen Leistungsregimen, Personalentwicklungsmaßnahmen und Vereinbarkeitsstrukturen betrachtet. Die arbeits- und geschlechterpolitischen Konfliktlagen, die sich daraus ergeben, sollen im Projekt für das exemplarische Untersuchungsfeld Deutsche Bahn AG empirisch rekonstruiert werden, um Ansatzpunkte für eine Strategie der Demokratisierung von Arbeit zu identifizieren.

Leitung: Prof. Dr. sc. phil. Hildegard-Maria Nickel

Laufzeit: 02/2016 – 12/2017

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung


Ziel der Studie ist es, durch eine Analyse der Wohnverhältnisse die sozialen Herausforderungen der Wohnungspolitik genauer zu definieren und Kriterien für eine armutsfeste und bedarfsorientierte soziale Grundsicherung im Bereich des Wohnens zu entwickeln. Darüber hinaus soll die Studie durch die Abschätzung der sozialen Versorgungsbedarfe einen substantiellen Beitrag für eine verstärkte soziale Orientierung in den aktuellen wohnungspolitischen Diskussionen erarbeiten. Aufbauend auf den statistischen Auswertungen sollen die Potentiale der bundespolitischen Instrumente der Wohnungspolitik für die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen analysiert werden.

Leitung: Dr. rer. pol. Henrik Lebuhn (Stadt- und Regionalsoziologie)

Laufzeit: 11/2016 – 10/2017

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung