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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Sozialwissenschaften

DFG

Why do coalition governments (not) comply with the policy commitments they have made in coalition agreements? Before coalition governments take over executive offices, they typically engage in intensive coalition negotiations and publish a comprehensive coalition agreement in which they provide a detailed account of the policy reforms they plan to enact in government. Even though these coalition agreements are not legally binding, they importantly constrain the behaviour of cabinet parties as coalition parties can be publicly blamed for not complying with the promises they have made in the coalition agreement. However, previous case study evidence shows that only about two thirds of all the policy reforms promised in coalition agreements were actually enacted. Despite the central importance of coalition agreements for the legislative behaviour of multiparty cabinets during their time of office, the literature has been primarily devoted to studying the formation and the survival of coalition cabinets while our knowledge about policy-making in multiparty cabinets during their time of office is still scarce. We therefore aim to close this important gap in the literature by pursuing two major objectives. First, we will develop a comprehensive theoretical framework that conceptualizes the enactment of coalition agreements as a process that is simultaneously affected by internal cabinet factors (salience, conflict, preference tangentiality, bargaining power) and external factors (public opinion, economic performance, institutional veto-players). Second, we will test our theoretical expectations by compiling a new and comprehensive dataset on the enactment of more than 100 coalition agreements negotiated by multiparty cabinets in 24 West and East European countries from 2000 until 2015 and by combining this novel dataset with information on cabinet features, public opinion, economic performance and institutional characteristics.

Leitung: Prof. Dr. Heike Klüver, Hanna Bäck

Laufzeit: 10/2018 - 09/2021

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


In dem Projekt werden Ausmaß und Ursachen der Justizialisierung von Landespolitik analysiert. Gefragt wird einerseits danach, ob und bis zu welchem Grad Entscheidungen von Landesverfassungsgerichten den Handlungsspielraum von Landesparlamenten determiniert haben. Die Wirkung verfassungsgerichtlicher Urteile und Beschlüsse wird anhand eines „Stärkeindexes“ erfasst, um den verfassungsgerichtlichen Einfluss auf parlamentarische Gesetzgebungsmacht in den Bundesländern zu erschließen. Das Projekt adressiert somit eine zentrale Dimension von Verfassungsdemokratien: das Spannungsverhältnis von politischer Selbstbestimmung und Verfassungsgerichtsbarkeit. Andererseits wird angenommen, dass Dimensionen und Ausmaß einer möglichen Justizialisierung – neben den rechtlichen Rahmenbedingungen – abhängig sind von institutionellen und personalen Faktoren, d.h. vom Kompetenzprofil und von der Zusammensetzung des jeweiligen Landesverfassungsgerichtes. Das Projekt verknüpft somit akteur- und institutionentheoretische Ansätze, um die erkenntnisleitenden Fragestellungen zu beantworten.

Leitung: Dr. Werner Reutter

Laufzeit: 04/2018 - 03/2021

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Eigene Stelle


Dieses innovative Projekt betrachtet Ungleichheit über den Lebensverlauf aus einer dynamischen Perspektive. Es wird untersucht wie Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Familienverläufe im frühen Erwachsenenalter zusammenwirken und gemeinsam die Akkumulation von Benachteiligung oder von Vorteilen über den Lebensverlauf verursachen. Dabei wird auf der Basis von Längsschnittdaten über 20 Jahre in fünf europäischen Ländern und mit Hilfe von neusten statistischen Methoden der quantitativen Lebensverlaufsanalyse eine vergleichende Perspektive eingenommen. Ziel ist es zu analysieren, wie ökonomische und institutionelle Unterschiede zwischen den Ländern Lebensverläufe und daraus resultierende ökonomische Ungleichheiten beeinflussen. Das frühe Erwachsenenalter ist eine zentrale Phase des Übergangs in der Individuen verschiedenen Entscheidungen gegenüber stehen - bezüglich Ausbildung, Arbeitsplatz, Partnerschaften und Elternschaft - welche ihre zukünftigen Lebenschancen beeinflussen. Dieses Projekt untersucht zentrale Wendepunkte in Lebensverläufen, Wechselwirkungen zwischen ihnen und wie sie zur Akkumulation von Ungleichheit zwischen und innerhalb sozialer Gruppen beitragen. 

Leitung: Prof. Dr. Anette Éva Fasang

Laufzeit: 03/2018 - 02/2021

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


Fragen der Reproduktion und Familiengründung stehen im Zentrum der (sozial-)politischen und wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. In Deutschland kam es zu einer zunehmenden rechtlichen Gleichstellung hetero- und homosexueller Lebensformen, doch bestehen soziale, institutionelle und rechtliche Ungleichheiten fort. Neue Reproduktionstechnologien erleichtern zwar mehr Menschen eine Elternschaft, doch Menschen jenseits des heterosexuellen (Ehe-)Paarseins sind hiervon oft ausgenommen, da aufgrund der gesellschaftlichen Hetero- und Paarnormativität abweichende Lebens- und Liebesformen abgewertet oder ausgeschlossen werden. Wir möchten daher die Heterogenität familialer Lebensformen jenseits der heterosexuellen Kleinfamilie - sog. Regenbogen- oder LGBTIQ-Familien - aus einer ungleichheitssoziologischen Perspektive theoretisch und empirisch fokussieren.

Leitung: Prof. Dr. phil. Christine Wimbauer, Dr. Almut Peukert, Dr. phil. Mona Motakef

Laufzeit: 01/2018 - 12/2020

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


Dieses Projekt untersucht den Besitz von individuellem Vermögen in Paarhaushalten. Das Vermögen ist eine ökonomische Ressource, die ihrem Besitzer viele Vorteile bietet, die durch Einkommen alleine nicht erreichbar sind. Vermögen ist somit ein wichtiger und eigenständiger Aspekt von sozialer Ungleichheit. Dabei ist vor allem individuelles Vermögen - in Abgrenzung zum Haushaltsvermögen - in Zeiten von instabilen Paarbeziehungen und sich verändernden Wohlfahrtsstaaten zur ökonomischen Absicherung im Lebenslauf zunehmend bedeutsam. Die bisherige Forschung hat zwar gezeigt, dass Frauen im Vergleich zu Männern in heterosexuellen Paarbeziehungen oft weniger individuelles Vermögen besitzen. Wie diese Ungleichheiten entstehen, bleibt aber weitgehend unklar. Deshalb wird im vorliegenden Forschungsvorhaben der Frage nachgegangen, was die individuelle Vermögensbildung und Vermögensungleichheiten in Paarbeziehungen bedingt. Durch die Beantwortung dieser Frage wird erstens ein besseres Verständnis der genderspezifischen Wirkung von Paarbeziehungen auf die Vermögensbildung gewonnen. Zweitens wird das Wissen über die Entstehung von ökonomischen Ungleichheiten bei Paaren erweitert. Drittens werden kontextuelle Einflussfaktoren der individuellen Vermögensbildung aufgedeckt. Das Projekt nutzt dazu Theorien der Ressourcenverteilung in Paarhaushalten und kombiniert diese mit einer Lebenslaufperspektive. Es wird dabei angenommen, dass bekannte Prozesse der Vermögensbildung auf der Haushaltsebene unzureichend untersuchte und ungleiche Auswirkungen auf das individuelle Vermögen von Frauen und Männern haben. Zudem wird angenommen, dass diese Prozesse sich in verschiedenen Ländern unterscheiden, z.B. aufgrund spezifischer Steuergesetzgebung. Diese Annahmen werden überprüft, indem die Dynamiken individueller Vermögensbildung in Paarbeziehungen in verschiedenen Ländern aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht werden. Dazu werden quantitative, sekundäre Längsschnittdaten aus Australien, Deutschland, Großbritannien und den USA genutzt. Diese Daten werden durch empirische Wachstums- und Veränderungsmodelle sowie mit Modellen, die biographische Komplexität abbilden können, analysiert. Diese Analysen werden durch Faktorielle-Survey-Experimente ergänzt, in denen subjektive Einstellungen zu individuellem Vermögen in Paaren in allen vier Ländern gemessen werden. Diese Primärdaten werden mit Mehrebenenmodellen ausgewertet. Die Zusammenführung der Ergebnisse aus beiden Analyseteilen ermöglicht eine umfassende Beantwortung der Forschungsfrage. So kann das Entstehen von bedeutsamen, ungleichen Lebenschancen von Frauen und Männern aufgrund ihres Vermögens erklärt werden

Leitung: Prof. Dr. Philipp Lersch

Laufzeit: 03/2017 - 03/2020

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


The second project phase aims to establish how EU professionals negotiate 'European' and 'local' stocks of knowledge in the context of EU-funded projects and how they influence the implementation of such projects, especially the allocation of financial resources. In addition to the aforementioned two countries Spain will be included in the study to also gain further insights about a Member State much affected by the eurozone crisis. Using the example of two selected areas of EU funding - the EU cohesion policy and the research funding 'Horizon 2020' -, the study places the procurement and translation services provided by funding specialists as well as the apparent difficulties encountered during this process under close investigation. By focusing on the practical dimension of EU-funded projects, Subproject 5 takes a close look at one of the central pillars of Europe's current crisis management strategy and explores the 'technical' implementation of EU policy-making from a sociological perspective, placing special emphasis on employment and knowledge. With these objectives in mind the study is meant to provide a better understanding of problems and challenges of Europeanization triggered by increasing expertization and professionalization of EU governance.

Leitung: Prof. Dr. Steffen Mau

Laufzeit: 10/2015 – 09/2018 (2. Phase)

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


Recent protests against austerity measures and the political pressure experienced by governments across the Eurozone point to the vital importance of public opinion about Europeanization for policy-making and political conflict. This research project investigates the causes of citizen attitudes toward European integration and the European Union (EU). My main goal is to determine whether political elites (politicians, experts, and political parties) have the capacity to influence public opinion and to manufacture political majorities for or against European integration. I focus on elite influence through political rhetoric and party competition, and I study the interaction of these types of communication with individual dispositions that are known to be strongly correlated to EU attitudes. The extant literature relies almost entirely on non-experimental observational studies, and has so far failed to provide valid evidence for the extent of elite influence. I address this issue by conducting a series of seven political psychological experiments, combined with an analysis of existing data from public opinion surveys, media content assessments, and party manifesto codings.

Leitung: Prof. Dr. Konstantin Vössing (Vergleichende Analyse politischer Systeme)

Laufzeit: 02/2013 – 12/2017

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


Die sozialen und wirtschaftlichen Transformationen der letzten drei Jahrzehnte stellen Nationalstaaten vor große Herausforderungen. Neben der häufig diskutierten Neuausrichtung von Sozialstaaten, gilt dies in gleichem Maße für andere Politikbereiche, wie z.B. Bemühungen um eine nachhaltige Landwirtschafts- oder Migrationspolitik. Während diese Entwicklungen einer Vielzahl von OECD Staaten gemein sind, lassen sich empirisch erhebliche Unterschiede in Grad und Natur der Reformbemühungen zwischen unterschiedlichen Ländern und Regierungen beobachten. Mit den angesprochenen Reformen sind wesentliche Entscheidungen über die Umverteilung von Ressourcen innerhalb der betroffenen Gesellschaften verbunden. Die Umverteilung betrifft sowohl etablierte Interessen- und Wählergruppen, als auch neu-entstandene soziale und politische Gruppierungen. Eine wesentliche Frage für die Analyse der zugrundeliegenden Entscheidungsprozesse ist, inwieweit politischer Wettbewerb und Wählerdruck die Entwicklungen und Ergebnisse in den genannten Politikfeldern prägen

Leitung: Prof. Ph. D. Ellen Immergut (Vergleichende Analyse politischer Systeme)

Laufzeit: 03/2013 – 09/2017

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


Seit einigen Jahren wird die ‚Prekarisierung‘ von Erwerbsarbeit vermehrt wissenschaftlich und öffentlich diskutiert. Die soziologische Prekarisierungsforschung nimmt hierbei aber oft einen auf einzelne Individuen und auf Erwerbsarbeit fokussierten Blick ein. Doch prekäre Be-schäftigung ist nicht nur häufig mit geringem Einkommen, sondern auch mit weniger Anerkennungschancen verbunden. Anerkennungsdefizite prekärer Beschäftigung sind jedoch bisher kaum untersucht, ebenso die sozialen Folgen prekärer Beschäftigung im Lebenszusammenhang und für die Geschlechterverhältnisse. Daher möchte das beantragte Vorhaben eine anerkennungs- und geschlechtertheoretische Perspektive auf prekäre Beschäftigung im Lebenszusammenhang entwickeln. Im Zentrum steht die interaktive (Paar-)Praxis der Herstellung von Anerkennung und von (Geschlechter-)Ungleichheiten bei prekär Beschäftigten mit und ohne Paarbeziehung. In Verbindung der Work and Family-, der Prekarisierungs- und der Anerkennungsforschung im Anschluss an Axel Honneth und Judith Butler sollen die Wechselwirkungen von prekärer Beschäftigung mit Paar- und Nahbeziehungen, dem Haushaltskontext, weiteren Lebensbereichen und mit Ge-schlechterkonzepten und dem Geschlechterverhältnis untersucht werden. Mittels qualitativer Paar- und Einzelinterviews und in einer konsequent rekonstruktiv-intersubjektiven Forschungslogik möchte das Projekt Anerkennungschancen, das Verhältnis von ‚Arbeit‘ und ‚Leben‘ / ‚Liebe‘ sowie (Geschlechter-)Ungleichheiten bei prekär Beschäftigten er-forschen: Wofür finden die Einzelnen in der Erwerbssphäre und in der Sphäre sozialer Nahbeziehungen Anerkennung und wie nehmen sie dies wahr? Weitet sich die Prekarisierung auf den gesamten Lebenszusammenhang und damit auch auf Nah- und Paarbeziehungen aus? Oder können soziale Nahbeziehungen Einschränkungen von Anerkennung in der Erwerbssphäre mildern? Wie gestaltet sich dies bei Personen ohne Partner/in, die nicht über die Anerkennungsform ‚Liebe‘ im Bereich von Paarbeziehungen verfügen? Und (wie) verändern sich tradierte Geschlechterleitbilder, Vorstellungen von Männlichkeit und Geschlechterverhältnisse durch prekäre Beschäftigung?

Leitung: Prof. Dr. phil. Christine Wimbauer

Laufzeit: 03/2015 – 09/2017

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)