Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Theorie der Politik

Aktuelle Forschungsprojekte

Partizipation und Ungleichheit „beyond the state“. Eine explorative Studie zu den Teilhabechancen transnationaler zivilgesellschaftlicher Akteure am Beispiel der Weltwirtschaftsorganisationen

  • gefördert von der DFG
  • Mitarbeiterin: Christiane Cromm

Das Forschungsprojekt analysiert die Wechselwirkungen zwischen politischer Partizipation und Ungleichheit im Kontext von Institutionen der „global economic governance“. Dabei geht das Forschungsprojekt von der Beobachtung aus, dass Weltwirtschaftsorganisationen auf den seit den 90er Jahren erhobenen Vorwurf eines Legitimationsdefizits mit der Einrichtung sogenannter Dialog-Foren reagiert haben. Diese Foren kombinieren institutionalisierte, aber nach Status differenzierte Mitwirkungsmöglichkeiten mit situativ von den Herrschaftsträgern gewährter Mitwirkung. Vorläufige empirische Beobachtungen, die in der Vorbereitung zu diesem Projektantrag angestellt worden sind, legen die Vermutung nahe, dass die Dialogforen Ungleichheiten in mindestens zweierlei Hinsicht zementieren und verstärken: Erstens wird eine thematische Vorauswahl getroffen, die radikale Kritiker der bestehenden Ordnung nicht miteinschließt (politische Ungleichheit und Beziehungsungleichheit) und die politische Debatte so bereits konfiguriert. Zweitens beteiligen sich vorwiegend zivilgesellschaftliche Akteure aus den westlichen Industriestaaten (sozioökonomische und politische Ungleichheit). Vor diesem Hintergrund verfolgt das Forschungsprojekt eine doppelte Zielsetzung: Zum einen soll untersucht werden, welche Wechselwirkungen zwischen der dosierten Partizipation in und mittels der Dialog-Foren auf der einen und Ungleichheitsstrukturen auf der anderen Seite bestehen. Verstärken die aus Statusdifferenz und sozioökonomischen Ungleichheiten resultierenden disparitären Teilhabechancen zivilgesellschaftlicher Akteure eine für diese Akteure nachteilige Konfiguration des politischen Themenfeldes oder werden durch diese dosierten Partizipationsformen Ungleichheitsstrukturen aufgebrochen? Entwickeln sich dadurch, dass in den Dialog-Foren Akteure auftreten, die andere Sichtweisen repräsentieren, diskursive Dynamiken, die in dieser Form nicht vorgesehen waren? Zum anderen soll rekonstruiert und kritisch analysiert werden, welche Vorstellungen von (transnationaler) Demokratie bzw. demokratischer Legitimität die Reformbemühungen im Allgemeinen und den Dialog-Foren im Besonderen anleiten und inspirieren. Damit leistet das Projekt auch einen Beitrag zur Debatte über die Aussichten, Herausforderungen und Grenzen transnationaler Demokratisierung.

 

 

Protest and Order. Democratic theory, contentious politics, and the changing shape of western democracies (POWDER)

  • ERC Starting Grant
  • Sole applicant
  • Funding amount: 1.373.000 EUR
  • Starting date: April 1st, 2018
  • Research associates: Danniel Gobbi, Laura Gorriahn, Anton Haffner, Daniel Staemmler

The research project aims to analyze the interrelationship between protest and political order under the contextual conditions of the changing shape of modern western democracy. Two groups of questions are connected to this study perspective, which will be answered by means of a democratic-theoretically-led synchronous comparison of selected contemporary protest movements – anonymous digital protest movements, transnationally organized alter-globalization protest movements, the No Border movement and the rightwing identitarian protest movement: The aim is to clarify firstly (1) the extent to which the new forms of protest question the premises of democratic orders, what potential for further development lies within the new forms of protest on the one hand, and what are the challenges to democracy on the other. Secondly, the aim is to determine (2) the influence and relevance held by the democratic or-der itself in an age of the changing shape of democracy with regard to the specific formation of the new forms of protest, and what statements can be made on how the formation of the order is changed, in turn, by the new forms of protest themselves. In order to achieve these study perspectives, POWDER consists of an overarching democratic-theoretical framework project (TFP) and four empirical subprojects (SP 1-4), which each analyze one of the protest movements mentioned in the context of a qualitative approach (documentary analysis, participatory observation, qualitative interviews). The comparison of these protest movements investigates (I) recurring patterns, but also contrasting assessments with regard to the interrelationship between the political order and the protest movements, examines at a second level (II) the different manners in which the new forms of protest challenge democratic-theoretical dimensions, and attempts at the third level (III) to reconstruct a general democratic-theoretical determination of meaning of present-day protest movements.