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Humboldt-Universität zu Berlin - Wissenschaftsforschung

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Sozialwissen­schaften | Wissenschaftsforschung | Forschung | Kerninhalte, Organisationsstrukturen und Bewertungsverfahren translationaler medizinischer Forschung

Kerninhalte, Organisationsstrukturen und Bewertungsverfahren translationaler medizinischer Forschung

Projektdauer: 2014-2016

Projektleitung: Prof. Martin Reinhart, Dr. Arno Simons                         

Projektmitarbeit: Faten Ahmed, Clemens Blümel, Dr. Stephan Gauch, Barbara Hendriks, Dr. Anne K. Krüger

Studentische Mitarbeit: Nicolas Rüffin

Kooperation: Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)*

Finanzierung: Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH)/ Charité Berlin

 

Im Rahmen aktueller Diskussionen um eine Verbesserung medizinischer Innovationsprozesse ist translationale medizinische Forschung (TMF) zu einem vielbeachteten Ansatz avanciert. Das erklärte Ziel von TMF ist eine effizientere und effektivere Übersetzung "from bench to bedside", das heißt von Ergebnissen aus der biomedizinischen Grundlagenforschung über klinische Studien in neue Behandlungsstrategien. Der Rekurs auf TMF erfolgt dabei vor dem Hintergrund sichtbar gewordener Schwachstellen innerhalb der medizinischen Wissensproduktion und -verarbeitung. Sowohl bei der Übersetzung von biomedizinischen Erkenntnissen in ein konkretes Studiendesign als auch bei den Übersetzungsprozessen dieser Erkenntnisse in die patientenorientierte Praxis, ist eine Qualitätskrise diagnostiziert worden.

Doch was wird konkret unter TMF verstanden? Welche Kerninhalte, Organisationsstrukturen, Prozesse und Zielvorstellungen sind hiermit verbunden? Und wie können Übersetzungspraktiken als Prozess dargestellt, erfasst und als Beitrag zur Qualitätssicherung bewertet werden?

 

Erste Projektphase: Kerninhalte translationaler Forschung (2014-2015)

In einer ersten Projektphase standen die unterschiedlichen ökonomischen, politischen und moralisch-ethischen Begriffsdimensionen im Fokus, durch die die wissenschaftlichen Kerninhalte von TMF in Abhängigkeit vom jeweiligen Kontext gedeutet werden. Die Analyse ergab, dass TMF nicht eindeutig definiert ist, sondern von verschiedenen Stakeholdern unterschiedlich interpretiert und diskutiert wird. Im Vordergrund stehen allerdings zwei dominante Problemdarstellungen. TMF ist demnach als Antwort zu verstehen auf 1) unnötige oder verschwendete Forschung („research waste“) bzw. 2) die fehlende Brücke zwischen Forschung und Anwendung („valley of death“). Die Ergebnisse der ersten Projektphase sind in folgendem Report zusammengefasst -> REPORT 1

 

Zweite Projektphase: Organisationsstrukturen translationaler Forschung (2015-2016)

In einer zweiten Projektphase wurden die Organisationsprozesse in den Blick genommen, durch die TMF vor Ort umgesetzt wird. Hierzu wurden führende US Amerikanische Forschungseinrichtungen untersucht, die sich TMF auf die Fahnen geschrieben haben. Wie die Analyse zeigt, gibt es kein einheitliches Verständnis davon, wie TMF zu organisieren ist. Je nach Ausrichtung der Organisation wird TMF unterschiedlich verstanden und umgesetzt. Meistens ist mit TMF jedoch ein Unterstützungsansatz verbunden, der auf Vermittlung, technische Infrastruktur, Leitlinien und Prozessintegration setzt. Die Ergebnisse der zweiten Projektphase sind in folgendem Report zusammengefasst -> REPORT 2

 

Dritte Projektphase: Translationale Forschung in der Praxis: Perspektiven und Einstellungen (2016)

In einer dritten, laufenden, Projektphase werden subjektive Einstellungen und Bewertungen von deutschen Forscher*innen und Klinker*innen zu TMF erhoben. Dabei geht es insbesondere um die Fragen, an welchen Stellen im Innovationsprozess Übersetzungsbedarf gesehen wird und welche Maßnahmen zur Verbesserung in Betracht gezogen werden.

 

Link zur Projektseite des DZHW

 

* seit dem 01. Januar 2016 setzt das iFQ seine Arbeit als Abteilung 2 "Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik" des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) in Berlin fort.