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Humboldt-Universität zu Berlin - Theorie der Politik

Forschungsprojekte

Vincent August

 

Technologisches Regieren
Die kybernetische Transformation von Politik und Gesellschaft

 

Wir leben in einer Welt, in der alles vernetzt ist. Auch Politik und Gesellschaft werden immer mehr in den Begrifflichkeiten des Netzwerks beschrieben. Mein Dissertationsprojekt geht diesem neuen Paradigma auf den Grund: Woher kommt das Netzwerk-Denken? Welche Merkmale hat es? Und welche Macht-Effekte produziert es?

Ich zeige, dass die Kybernetik Wahrnehmungs- und Denkmuster zur Verfügung stellte, mit denen Politik und Gesellschaft umgeformt werden konnten, nachdem die klassischen Konzeptionen in den Staats- und Modernekrisen zusammenbrachen. Dafür untersuche ich insbesondere Foucault und Luhmann, Gouvernementalitäts- und Governance-Theorien als Fälle technologischen Regierungsdenkens.

 

Dissertation (eingereicht November 2018):

Technologisches Regieren. Der Aufstieg des Netzwerk-Denkens in der Krise der Moderne. Foucault, Luhmann und die Kybernetik
(Gutachten: Prof. Dr. Herfried Münkler, Prof. Dr. Hartmut Rosa, Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff)

 

Aufsätze über

 

Vorträge über

 

 

Theorie und Praxis der Transparenz

 

Transparenz ist in den letzten Jahren zu einer Allzweckwaffe geworden: Sie gilt als Lösung für fast jedes politisches Problem und kaum eine Organisation kommt darum herum, sich auf Transparenz zu verpflichten. Seit 2013 gehe ich diesem Transparenz-Imperativ nach. Das Projekt begann mit einer Studie zur Entstehung der politischen Transparenz-Idee, die ich dann in Fallstudien bis in unsere Gegenwart nachverfolgt habe. Daneben vergleiche ich die normativen Ansätze und die empirischen Forschungen zur Transparenz und führe sie zusammen. Dabei begleite und berate ich auch Forschungsprojekte zum Thema.

Auf diese Weise entwickele ich derzeit eine Theorie der Transparenz. Sie legt systematisch die politische Rationalität der Transparenz frei, die das Soziale nach einem bestimmten Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster ordnet; sie zeigt historisch die Einsatzpunkte für gesellschaftliche Transparenzforderungen und evaluiert die Leistungen und nichtintendierten Effekte von Transparenzpraktiken.

 

Ausgewählte Publikationen zu dem Projekt:

 

In Vorbereitung:

  • ein Sammelband zusammen mit Fran Osrecki: "Der Transparenz-Imperativ. Normen, Strukturen, Praktiken"
  • ein Artikel zu "Öffentlichkeit in der Transparenzgesellschaft"