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Humboldt-Universität zu Berlin - Politische Soziologie und Sozialpolitik

Allgemeines

 Balken

 Allgemeines zu den Inhalten des Lehrbereichs


 

Der moderne Wohlfahrtsstaat als die Summe einzelner Sozialpolitiken ist eingebettet in eine spezifische historische Konfiguration von (politischen) Institutionen, korporativen Akteuren, materiellen und immateriellen Interessen, Ressourcen und normativen Prämissen. Deren Analyse ist im Wesentlichen Gegenstand der Politischen Soziologie, wobei hier u.a. die Grundbegriffe Macht/Herrschaft, kollektives Handeln, Interesse(norganisationen), Konflikt, (soziale) Gerechtigkeit, (politische) Parteien, Staat, Kultur und pluralistische Demokratie von zentraler Bedeutung sind. Das Verständnis dieser hier kursorisch aufgelisteten politikwissenschaftlichen Analyseobjekte ist, abhängig vom Erkenntnisinteresse sowie dem jeweiligen historischen Kontext, nicht statisch, sondern dynamisch und flexibel. Definitorische Inhalte sind dem steten Wandel unterworfen. Eine theoriegeschichtlich informierte Handhabung muss daher als integraler Bestandteil der Lehre betrachtet werden.

 

Probleme der Konstitution, der Konfirmation und des Wandels von sozialen, sozialstaatlichen und politischen Institutionen und damit verbundener Praktiken sind leitende Fragestellungen in Lehre und Forschung. Insbesondere spielen kognitive Wissensbestände, normative Argumente und damit verbundene soziale und politische Praktiken eine große Rolle. Sie leiten und begleiten die Kernkonflikte moderner Wohlfahrtstaaten, in denen sowohl über die Verteilung von Lebenschancen, Einkommen, sozialer Sicherheit, Bildung und Bürgerrechten als auch über die Regulierung von Märkten, Arbeitsbedingungen und Familien entschieden wird.

 

 

Das Lehr- und Forschungsgebiet des Lehrbereichs umfasst die Gesamtheit der Akteure, die Norm- und Wissensbestände, die institutionellen Arrangements und die konkreten (sozial)politischen Entscheidungsprozesse in den „alten“ Wohlfahrtsstaaten des Westens ebenso wie in den „neuen“ nachkommunistischen des Ostens. Dabei geht es unter vergleichender Perspektive vor allem

 

(a) um den sozialhistorischen Kontext und die Veränderungsdynamik wohlfahrtsstaatlicher Regelungsstrukturen, dann

 

(b) um die Ursachen und Folgen ihrer Anpassung an veränderte sozio-ökonomische Rahmenbedingungen auf regionaler nationaler, europäischer und transnationaler Ebene und schließlich

 

(c) um Krisenphänomene und Ansätze zu ihrer Bearbeitung.