“Dying to Divorce” - Documentary Screening & Discussion
Am 14. Juni 2026 organisierte das JuDem-Projekt im „aquarium“ (Kreuzberg) eine Vorführung des preisgekrönten Dokumentarfilms Dying to Divorce, gefolgt von einer Podiumsdiskussion über geschlechtsspezifische Gewalt, feministischen Aktivismus und die Herausforderungen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei.
Die Veranstaltung brachte Jurist*innen, Forscher*innen und die Öffentlichkeit zusammen, um über geschlechtsspezifische Gewalt, feministischen Aktivismus und die Herausforderungen für die demokratischen Freiheiten in der Türkei zu reflektieren.
Referent*innen
- Zarah Baur (Rechtsanwältin)
- İpek Bozkurt (Rechtsanwältin, Plattform „We Will Stop Femicide“)
- Dr. Anke Clodius (Richterin am Oberlandesgericht Celle)
Moderatorin
- Gülçin Balamir Coşkun (Humboldt-Universität zu Berlin)
Im Anschluss an die Filmvorführung diskutierten die Podiumsteilnehmer*innen die rechtlichen, sozialen und politischen Dimensionen der Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt sowie die Rolle feministischer Interessenvertretung und justizieller Institutionen bei der Bekämpfung von Femizid und Straflosigkeit. Die Diskussion wurde bei Snacks und Getränken in informeller Atmosphäre fortgesetzt und bot den Teilnehmer*innen Gelegenheit zum weiteren Austausch.
Über den Film
Der über einen Zeitraum von fünf Jahren gedrehte Film Dying to Divorce beleuchtet die Krise der geschlechtsspezifischen Gewalt in der Türkei sowie die allgemeinen politischen Entwicklungen, die die demokratischen Freiheiten beeinträchtigt haben. Anhand der Geschichten von Überlebenden und Aktivist*innen verdeutlicht der Dokumentarfilm die Herausforderungen, denen sich Frauen in der heutigen Türkei bei ihrem Streben nach Gerechtigkeit und Selbstbestimmung gegenübersehen.
Der Film begleitet die Rechtsanwältin İpek Bozkurt und ein Netzwerk von Aktivist*innen, die Überlebende schwerer Gewalt unterstützen und sich trotz erheblicher rechtlicher und politischer Hindernisse dafür einsetzen, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Er beleuchtet zudem das zunehmend restriktive Umfeld, mit dem Rechtsanwält*innen, Journalist*innen und Akteure der Zivilgesellschaft infolge der politischen Entwicklungen seit 2016 konfrontiert sind.
Die Filmvorführung und die anschließende Diskussion boten die Gelegenheit, sich kritisch mit Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, der Rechtsstaatlichkeit und der demokratischen Widerstandsfähigkeit in der Türkei auseinanderzusetzen.
