Humboldt-Universität zu Berlin - Makrosoziologie

WS 2007/2008

 

Diplom-Grundstudium/Bachelor

VS Anwendungsorientierte Einführung in die Ereignisanalyse Nicole Brose
VS Prekariat oder Unterschicht. Zuwanderer in Deutschland Edith Pichler
PS Europäische Erinnerungskulturen im Streit Edith Pichler,
Tobias Schneider
PS Fertilität und Nuptialität

Nicole Brose

PS "Das Andere der Vernunft" - Sexualität als soziologische Analysekategorie Mike Laufenberg
PS Auf dem Weg zu einer europäischen Gesellschaft? Eine Einführung in die Europasoziologie Marcus Engler,
Christoph Raiser

Diplom-Hauptstudium/Master

PJ Kultursoziologische Perspektiven wirtschaftlichen Handelns: Markt und Kultur Sophie Mützel

 

 

Diplom-Grundstudium/Bachelor

53 017 Anwendungsorientierte Einführung in die Ereignisanalyse

Die Veranstaltung bietet eine leicht verständliche Einführung in die Ereignisanalyse, die für Fragestellungen innerhalb der Bevölkerungs- und Arbeitsmarktsoziologie mittlerweile unentbehrlich geworden ist. Am Beispiel der demografischen Übergangsforschung wird ein fragestellungsorientierter Zugang zur Ereignisanalyse mit STATA vermittelt. Das Seminar gliedert sich in einen theoretischen und einen forschungspraktischen Teil, in dem bisherige Untersuchungen besprochen und schließlich eigenständige Analysen auf Basis des SOEP durchgeführt werden.
Voraussetzungen für den Kurs sind Grundkenntnisse in STATA und Regressionsanalyse

VS Do 14-16 wöch. UNI 3, PC-Pool Nicole Brose

 

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53 021 Prekariat oder Unterschicht. Zuwanderer in Deutschland

Schon vor mehr als 10 Jahren wurde im Zusammenhang mit der Beschäftigungsentwicklung und Struktur von Zuwanderern in Deutschland von prekären Arbeitsverhältnissen gesprochen und geschrieben: also von Prekariat. Inzwischen ist Prekarität ein Phänomen, das auch andere Gruppen und Milieus trifft, ohne die nationale Herkunft zu beachten. Mit der Zunahme der Prekarität ist wieder ein Begriff aufgetaucht: Unterschicht bzw. neue Unterschicht. Mit ‚Unterschicht’ sollen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Lebensstilen und Biographien, - so zum Beispiel akademisches Prekariat versus unqualifiziertes/bildungsfernes Prekariat - markiert und betont werden. Welche Rolle spielen die Zuwanderer bzw. Personen mit Migrationshintergrund in dieser Diskussion? Gibt es eine noch feinere Unterscheidung: einheimische(s) Prekariat/Unterschicht versus Prekariat und Unterschicht mit Migrationshintergrund? Gibt es innerhalb der jeweiligen Communities ähnliche Diskurse und Tendenzen, um auch dort Differenzierungen der Milieus und Lebensstile hervorzuheben?

Literatur:

  • Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlingen und Integration (Hrgs): Bericht der Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlingen und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, 2005 Berlin.
  • Claussen, D. [Hrsg.]: Transformation der Arbeit. Frankfurt am Main: Verl. Neue Kritik, 2002. - 181 S. . - ISBN: 3-8015-0358-5. - (Hannoversche Schriften; 5)
  • Dörre, K.: Prekarität: Ursachen, soziale Folgen und politische Verarbeitungsformen unsicherer Beschäftigungsverhältnisse. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 2007. - 300 S. . - ISBN: 3-531-14695-5. - (Analysen zu gesellschaftlicher Integration und Desintegration
  • Friedrich-Ebert-Stiftung Gesprächskreis Migration und Integration Ulrich Brinkmann, Klaus Dörre, Silke Röbenack (FSU Jena) gemeinsam mit Klaus Kraemer und Frederic Speidel
  • (FIAB Recklinghausen): Prekäre Arbeit Ursachen, Ausmaß, soziale Folgen und subjektive Verarbeitungsformen unsicherer Beschäftigungsverhältnisse, Herausgegeben vom Wirtschafts- und sozialpolitischen Forschungs- und Beratungszentrum der Friedrich-Ebert-StiftungAbteilung Arbeit und Sozialpolitik, 2006: http://library.fes.de/pdf-files/asfo/03514.pdf
  • Schirrmacher, T.: Die neue Unterschicht: Armut in Deutschland? Holzgerlingen: Hänssler-Verlag, 2007 (2007). - 96 S. . - ISBN: 978-3-7751-4674-6. - ISBN: 3-7751-4674-1
VS Fr 14-16 wöch. UNI 3, 001 Edith Pichler

 

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53 032 Europäische Erinnerungskulturen im Streit

Eine zentrale Dimension der Konstruktion moderner Gesellschaften ist die Auseinandersetzung mit dem „kollektiven Gedächtnis“. Identitäten basieren in weiten Teilen auf kollektiver Erinnerung. Diesen Erinnerungskonstruktionen entsprechen verschiedene sozio-kulturelle Praktiken, die u.a. auch unter dem Gesichtpunkt der Legitimation der Politik dienen. In Europa sind erinnerungskulturelle Trennlinien zu beobachten, die für die Formierung einer europäischen Identität prägend sind. Eine bedeutende Trennlinie verläuft zwischen Ländern, die nach 1945 zu Satellitenstaaten Sowjetrusslands wurden und Staaten, die sich dem Westen anschlossen. Welche sind bzw. wie unterscheiden sich die Erinnerungspolitiken von Ländern, wie z.B. Polen und Deutschland, wie wirken sie sich auf die zwischenstaatliche Beziehung aus und was bedeuten diese Diskurse bezüglich der Schaffung einer europäischen Identität?

Literatur:

  • Assmann, Jan: 1988, Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität, in Assmann,j./Hölscher, T. (Hrgs.), Kultur und Gedächtnis, Frankfurt am Main, S. 9-19.
  • Crainz, Guido: 2005, Il dolore e l´esilio. L´Istria e le memorie divise d´Europa. Rom.
  • Cornelißen, Christoph/Klinkhammer, Lutz/Schwenkentker, Wolfgang (Hrgs.): 2003, Erinnerungskulturen. Deutschland, Italien und Japan seit 1945. Frankfurt am Main.
  • Halbwachs, Maurice: 1985, Das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen. Frankfurt.
  • Hofmann Anna / Kerski Basil (Hrsg.): 2007, Deutsche und Polen: Erinnerung im Dialog, Osnabrück.
  • Judt , Tony: 2006, Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart. München.
  • Troebst, Stefan, Jalta versus Stalingrad, GULag versus Holocaust. Konfligierende Erinnerungskulturen im grösseren Europa. In: Berliner Journal für Soziologie 15 (2005)
  • Von Neuschreiben der Geschichte. Erinnerungspolitik nach 1945 und 1989. Transit Europäische Revue Heft 15 1998
PS Fr 16-18 wöch. UNI 3, 001 Edith Pichler, Tobias Schneider

 

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53 033 Fertilität und Nuptialität

Gegenstand des Seminars ist der familiendemografische Wandel, der die Sozialversicherungssysteme in den westlichen Industriegesellschaften vor große Herausforderungen stellt. Schwerpunkt der Veranstaltung ist die differenzierte Analyse der Ursachen demografischer Entwicklung und des Wandels von Familienformen in der Bundesrepublik und in ausgewählten europäischen Ländern.

PS Di 8.30-10 wöch. UNI 3, 202 Nicole Brose

 

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53 051 "Das Andere der Vernunft" - Sexualität als soziologische Analysekategorie

Sexualität kommt in unserer Gesellschaft eine erhöhte Bedeutung zu. Sie ist Schauplatz von politischen, moralischen und religiösen Auseinandersetzungen, Gegenstand von pädagogischen Programmen und wissenschaftlichen Studien, ökonomische Ressource, Quelle für (kollektive) Identitäten sowie Framing für Praktiken körperlicher und symbolischer Gewalt. Dass sie in soziologischen Theorien dennoch meist nur als Fußnote auftaucht, kann als Resultat eines historischen Zuschreibungsprozesses gedeutet werden, in dessen Verlauf Sexualität einerseits naturalisiert und privatisiert wurde, andererseits lange Zeit als zu unseriös und irrelevant für die sozialwissenschaftliche Forschung galt.
Ziel des Seminars ist, die soziale Dimension von Sexualität zu erfassen und den blinden Flecken nachzugehen, die durch die „sexuelle Abstinenz“ der Soziologie produziert werden. Zum einen soll untersucht werden, wie Sexualität als modernes Wissens- und Ordnungssystem an der Konstituierung gesellschaftlicher Institutionen und Teilbereiche beteiligt ist (u.a. Familie, Öffentlichkeit, Arbeit). Zum anderen wird Sexualität für die Analyse sozialer Macht- und Kräfteverhältnisse fruchtbar gemacht, wobei insbesondere den Verschränkungen mit anderen sozialen Strukturkategorien (Geschlecht, Klasse, „Rasse“) nachgegangen werden soll.

Literatur:

  • Epstein, Steven: “Sociology and the Study of Sexuality”, in: Steven Seidman (Hg.): QueerTheory/Sociology, Cambridge 1996, S. 145-167.
  • Jensen, Heike:„Sexualität“, in: Christina v. Braun und Inge Stephan: Gender@Wissen, Ein Handbuch der Gender-Theorien, Köln 2005, S. 100-116.
  • Hark, Sabine: „Queer Studies“, in: Christina v. Braun und Inge Stephan: Gender@Wissen, Ein Handbuch der Gender-Theorien, Köln 2005, S. 285-303.
PS Di 16-18 wöch. UNI 3, 202 Mike Laufenberg

 

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53 052 Auf dem Weg zu einer europäischen Gesellschaft? Eine Einführung in die Europasoziologie

Das Seminar soll eine Einführung in die soziologische Europaforschung geben. Zentrale Leitfrage ist dabei, ob es so etwas wie eine Europäische Gesellschaft gibt bzw. geben kann? Nach einer allgemeinen Einführung, in der grundlegendes theoretisches Wissen ebenso wie zentrale Hintergrundinformationen zum Europäisierungsprozess (Geschichte, Institutionen, Mitgliedsländer) vermittelt werden, sollen ausgewählte Aspekte des Europäisierungsprozesses eingehender diskutiert werden. Folgende thematische Blöcke bzw. Fragestellungen werden dabei im Vordergrund stehen: 1.) Kultur/Werte: Können gemeinsame Werte eine Grundlage für eine europäische Gesellschaft bilden? 2.) Mobilität, Migration, Grenzen: Gibt es eine Festung Europa? 3.) Öffentlichkeit: Inwieweit kann von einer Europäischen Öffentlichkeit die Rede sein? 4.) Soziale Ungleichheit: Führt Europa zu mehr oder weniger sozialer Ungleichheit? 5.) Soziale Bewegungen und Protest: Welche Europäisierungstendenzen gibt es im Bereich der sozialen Bewegungen? Da es sich um ein Proseminar handelt sollen bei jedem inhaltlichen Block zunächst zentrale sozialwissenschaftliche Konzepte eingeführt werden, die erst in einem zweiten Schritt auf den europäischen Rahmen bezogen werden sollen. Abschließend sollen die einzelnen Dimensionen wieder auf die zentrale Leitfrage bezogen werden.

Literatur:

  • Die Dynamik Europas. Wiesbaden 2005: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
    Robert Hettlage, Hans-Peter Müller (Hg.), Die Europäische Gesellschaft. Konstanz: UVK.
  • Delanty, Gerard and Chris Rumford (2005): Rethinking Europe. Social Theory and the implications of Europeanization (Taylor & Francis)
  • Vobruba Georg 2006. Die Entwicklung der Europasoziologie. Aus der Differenz National/Europäisch. Verv. Ms. Universität Leipzig 2006, verfügbar unter:
    http://www2.uni-leipzig.de/~sozio/content/site/veran_m26_292.php
  • Heidenreich, Martin (Hrsg.) (2006): Die Europäisierung sozialer Ungleichheit. Zur transnationalen Klassen- und Sozialstrukturanalyse. Frankfurt a. M.; New York: Campus.
PS Di 12-14 wöch. UNI 3, 202 Marcus Engler, Christoph Raiser

 

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Diplom-Hauptstudium / Master

53 080 Kultursoziologische Perspektiven wirtschaftlichen Handelns: Markt und Kultur

Als „neue Wirtschaftssoziologie” hat sich in den letzten 25 Jahren ein eigenes Themenfeld entwickelt, das ökonomisches Handeln als soziales Handeln versteht, das eingebettet in soziale Kontexte stattfindet. Die Weiterentwicklung der klassischen Wirtschaftssoziologie zur „neuen Wirtschaftssoziologie“ basiert vor allem auf der starken Einbeziehung struktureller Analysen mit Hilfe der sozialen Netzwerkanalyse sowie kultur- und organisationssoziologisch verankerter neo-institutioneller Ansätze. So fragt die neue Wirtschaftssoziologie z.B. nach der Entstehung und dem Operieren von Märkten oder nach Konvention und Wertigkeiten wirtschaftlichen Handelns.

In diesem Projektseminar werden wir die wichtigsten Texte der neuen Wirtschaftssoziologie kennen lernen, mit besonderem Fokus auf der zentralen Institution des Marktes. Nach einer Einführung in das Themengebiet befassen wir uns dann vor allem mit der kultursoziologischen Kritik an dem strukturalistischen Ansatz der neuen Wirtschaftssoziologie. Dazu werden wir, teilweise auch durch eigene, interessenabhängige Sucharbeiten, eine Reihe von empirischen Fallbeispielen aus unterschiedlichen Märkten diskutieren (wie Kunst, Mode, Finanzen, Bildung, Medizin) und somit die Forschungsarbeiten vorbereiten, die im zweiten Semester durchgeführt werden sollen.

Literatur:

  • Beckert, Jens, Rainer Diaz-Bone und Heiner Ganßmann. 2007 (Hrsg.). Märkte und ihre sozialen Strukturen. Frankfurt: Campus.
  • Beckert, Jens, und Jörg Rössel. 2004. "Kunst und Preise. Reputation als Mechanismus der Reduktion von Ungewissheit am Kunstmarkt." Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56:32-50.
  • Bourdieu, Pierre. 2002. “Das ökonomische Feld” S. 185-222 in Pierre Bourdieu u.a. Der Einzige und sein Eigenheim. Hamburg: VSA.
  • DiMaggio, Paul. 1994. “Culture and Economy.” in The Handbook of Economic Sociology, hrsg. von Neil Smelser und Richard Swedberg. Princeton, NY: Princeton University Press.
  • Velthuis, Olav. 2005. Talking Prices: Symbolic Meanings of Prices on the Market for Contemporary Art. Princeton: Princeton University Press.

 

 

PJ Di 10-12 wöch. UNI 3, 205 Sophie Mützel

+ 2 Blockseminare Mitte und Ende des Semesters

 

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