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Humboldt-Universität zu Berlin - Makrosoziologie

Transnationale Öffentlichkeit

DFG-Projekt

(Schwerpunktprogramm "Regieren in der Europäischen Union")

Transnationale Öffentlichkeit und die Strukturierung politischer Kommunikation in Europa

Zusammenfassung:

Das Forschungsprojekt untersucht die Diffusion und Strukturierung massenmedialer politischer Kommunikation in Relation zur Dynamik des europäischen Integrationsprozesses. Vorrangiges Ziel ist die Messung der Intensität europapolitischer Kommunikation und ihrer Verdichtung zu einer transnationalen Meinungs- und Willensbildung. Als Maßstab hierzu dient die Strukturierung europäischer Debatten in den bestehenden fragmentierten oder sich überlappenden nationalen Medienöffentlichkeiten. Die analytische Fragestellung nach der Aggregierung öffentlicher Meinung zu europapolitischen Themen soll durch eine komparative Medienanalyse beantwortet werden, die das Ausmaß der Europäisierung nationaler medialer Kommunikationsräume anhand quantitativ und qualitativ zu ermittelnder Vergleichsdaten beschreibt. Auf der Basis dieses Datensatzes kann auch die weitergehende normative Frage nach der Leistungsfähigkeit europäischer Öffentlichkeit im Sinne der Initiierung transnationaler Willensbildungsprozesse beantwortet werden. Im Unterschied zum (bisher unerreichten) Idealfall von "Öffentlichkeit im Nationalstaat" konstituiert die Europäische Union dabei den Spezialfall einer Öffentlichkeit ohne Demos, bzw. einer Öffentlichkeit mit multiplen Demoi, die sich im Modus der öffentlichen Auseinandersetzung über Themen von gemeinsamer Relevanz aufeinander abbilden. Als Ergebnis dieser Vermittlungsleistungen erwarten wir die Strukturierung eines gemeinsamen Kommunikations- und Erfahrungsraums, der es ermöglicht, öffentliche Meinung zu filtern, zu synthetisieren und ihr gegebenenfalls als kollektivem Willen Ausdruck zu geben.

Projektleiter: Prof. Dr. Klaus Eder

Ansprechpartner: Dr. Hans-Jörg Trenz