Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Allgemeine Soziologie

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Lehre im Wintersemester 2016/17

 

Veranstaltungen im Bachelor-Programm:

 

53049  VL Die Soziologie Émile Durkheims

Dozent: Prof. Dr. Hans-Peter Müller

m Jahre 2017 feiern wir den 100jährigen Geburtstag von Émile Durkheim, dem Begründer der universitären Soziologie in Frankreich. Bei keinem Klassiker der Soziologie kann man besser lernen, was es heißt, soziologisch zu denken. Durkheim begründet eine Schule, leitet eine hervorragende Zeitschrift – die „Année Sociologique“ – und verfasst Studien, die noch heute als Standardwerke gelten.
In der Vorlesung werden seine Hauptwerke („Arbeitsteilung“, „Regeln“, „Selbstmord“, „Elementare Formen der Religion“) vorgestellt, aber sein Werk wird auch eingebettet in die krisenhafte Dritte Republik in Frankreich. Vor diesem historischen Hintergrund soll auch deutlich werden, warum Durkheim die Soziologie als eine Moralwissenschaft versteht.

Eintrag in KVV

 

53050 – VS Emile Durkheim und die französische Soziologie

Dozent: Dr. Jochen Steinbicker

Das Werk Durkheims ist von grundlegender Bedeutung für die Soziologie. Bekannt sind sein Postulat, den Gegenstand der Soziologie, die ‚sozialen Tatsachen‘, wie Dinge zu behandeln; seine These zur Struktur differenzierter Gesellschaften und der in ihr realisierten neuen Form von Solidarität; seine Analyse von Selbstmordraten, an die er eine gesellschaftstheoretische und diagnostische Interpretation anknüpft; oder auch seine Betrachtung der Religion als eine Selbstvergottung der Gesellschaft. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit zu einer vertieften Auseinandersetzung mit Durkheims Werk, um daran anknüpfend wichtige Mitstreiter Durkheims wie Marcel Mauss und Maurice Halbwachs vorzustellen und schließlich die Linien zu verfolgen, die Durkheim mit der jüngeren Entwicklung der soziologischen Theorie in Frankreich verbinden, wobei etwa der (Post-)Strukturalismus, die Ansätze von Pierre Bourdieu oder Luc Boltanski, oder auch der explizite Gegenentwurf Bruno Latours von besonderem Interesse sein dürften.

Eintrag in KVV

 
Veranstaltungen im Master-Programm:

 

53103  LS Die Anatomie des Sozialen. Zum Erklärungspotential der analytischen Soziologie

Dozent: Prof. Dr. Hans-Peter Müller

Die Kluft zwischen Theorie und Empirie scheint in der Soziologie unaufhaltsam zu wachsen. Auf der einen Seite die (Groß-)Theorien, die vor allem mit sich selbst beschäftigt sind, auf der anderen Seite eine variablenbasierte empirische Soziologie, die Themen, Probleme, Daten, aber keine Theorie mehr benötigt und Korrelation als Kausalitätsersatz versteht. Die analytische Soziologie hingegen versucht als Mittelweg Mechanismen zu identifizieren, die für das „Warum“ (Kausalität) und das „Wie“ (Funktionalität) von Handeln, Interaktion, Organisation und Prozessen sozialen Wandels allgemein verantwortlich zeichnen. In dem Lektürekurs wird zunächst die Logik mechanismischer Erklärungen behandelt. Sodann werden typische Mechanismen des Sozialen in verschiedenen Feldern diskutiert. Abschließend wird gefragt, ob die analytische Soziologie der Königsweg zu einer explanatorischen Soziologie sein kann.

Eintrag in KVV

 

53157 – PS Wirtschaft, Gesellschaft und Lebensführung - Teil 1

Dozent: Prof. Dr. Hans-Peter Müller

Der Begriff der Lebensführung ist das Scharnier zwischen Individuum und Gesellschaft. Er beschreibt die verschiedenen Arten und Weisen der Lebensgestaltung in Abhängigkeit von sozialstrukturellen Verhältnissen, institutioneller Ausgestaltung und kulturellen Werten einer Gesellschaft einerseits, Alter, Geschlecht, Bildung, Beruf und Klasse eines Individuums andererseits. In diesem Projektseminar geht es in Anlehnung an Max Weber zunächst um das Konzept und neuere Konzeptualisierungsvorschläge. Im zweiten Schritt werden empirische Studien mit verschiedenen Schwerpunkten rezipiert und auf dieser Grundlage schließlich eigene Projektideen zum Studium der Lebensführung entwickelt.

Eintrag in KVV

 

53102  LS Theorien der Moderne

Dozentin: Dr. Anja Röcke

Theorien der Moderne kreisen um die Frage, ob, und wenn ja, wie man das oder die spezifischen Eigenschaften der (ersten, zweiten, späten, multiplen etc.) Moderne bestimmen kann. Während klassische Modernisierungstheorien keinen Zweifel an der Besonderheit und Einzigartigkeit der okzidentalen Entwicklung hatten, ist diese Interpretation unter anderem durch Eisenstadts „multiple Modernitäten“-Ansatz oder auch postkoloniale Theorien kritisiert worden.  Wenn man jedoch der Idee eines genauer zu bestimmenden, pluralen Moderneverständnisses folgt, stellen sich unter anderem folgende Fragen (vgl. Schwinn 2013): Wie lässt sich das Verhältnis von Tradition und Moderne bestimmen? Lässt sich die Annahme von Universalien und von ihnen ausgehenden Sogeffekten aufrechterhalten? Kann es in Anbetracht von weltweitem Krieg und Umweltzerstörung eine normativ ausgezeichnete Idee der  Moderne geben? In diesem Lektüreseminar sollen zentrale Positionen in der soziologischen Diskussion über Theorien der Moderne gelesen und einer kritischen Analyse unterzogen werden, um einen Überblick über die wichtigsten Argumentationslinien und Standpunkte zu erhalten.

Eintrag in KVV

 

Weiterhin:

53077 – BA-, MA- und Doktorandenkolloquium Allgemeine Soziologie

Dozent: Prof. Dr. Hans-Peter Müller

In diesem Kolloquium können BA-, MA- und Doktorarbeiten in wöchentlichem Rhythmus vorgestellt werden. Eine persönliche Anmeldung ist im Sekretariat "Allgemeine Soziologie" erforderlich.

Eintrag in KVV