Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Sozialwissenschaften

Julia Stier

"Senegalesische und gambische Imaginationen über Migration - Die Produktion und Reproduktion in Herkunfts- Transit und Residenzländern durch Migrant*innen und ihre Altersgenoss*innen"
Foto
Name
Julia Stier
E-Mail
julia.stier (at) wzb.eu

Julia Stier ist Soziologin und Afrikawissenschaftlerin und forscht am WZB Berlin  im TRANSMIT Projekt der DeZIM Forschungsgemeinschaft zu westafrikanischer Migration. Sie studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Turin (Italien) und der Cheikh Anta Diop Universität (Senegal). Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf senegalesischer und gambischer Migration. Sie interessiert sich besonders für die Wahrnehmung des Lebens der Migrant*innen im Aufnahmeland von Seiten der Familien und Freundeskreise im Herkunftsland sowie der Kommunikation der Migrant*innen über die Lebenssituation im Aufnahmeland. Ihr Interesse gilt der (Re-)Produktion von ‚Imaginaries‘ über Migration und deren Konsequenzen für das Leben von Migrant*innen und ihren Familien und Freund*innen im Herkunftsland.

 

Akademischer und beruflicher Werdegang:

Doktorandin der Berlin Graduate School for Social Sciences (BGSS) (seit Oktober 2020)

M.A. Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (2019)

B.A. Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (2016)

 

Wissenschaftlerin im TRANSMIT Projekt am WZB Berlin (seit März 2020)

Wissenschaftlerin im Projekt „Rückkehrinteressierte Migrant*innen“ an der Johannes Gutenberg Universität Mainz (Februar bis Dezember 2020)

 

Publikationen:

Stier, Julia (2020): "Senegalesische Corona-Songs als Sensibilisierungs- und Informationsquelle für wolofsprachige Geflüchtete und Migrant*innen". In: Zeitschrift für Flucht- und Flüchtlingsforschung (Z’Flucht), Jg. 4, H. 1, S. 131 - 148.

 

Bogatzki, Tamara/Stier, Julia (2020): "Unerfüllte Wünsche. Für Frauen aus Gambia und dem Senegal ist Auswandern schwieriger als für Männer". In: WZB-Mitteilungen, H. 169, S. 9-11.

 

Stier, Julia (2020): „Senegalesische Corona-Songs als Informationsquelle für Geflüchtete und Migrant*innen“. In: FluchtforschungsBlog des Netzwerks Fluchtforschung, https://blog.fluchtforschung.net/senegalesische-corona-songs-als-informationsquelle-für-geflüchtete-und-migrantinnen/, Zugriff 20.01.21.

 

Stier, Julia (2020): “Senegalese Corona Songs as a Source of Information for Refugees and Migrants“ In: FluchtforschungsBlog des Netzwerks Fluchtforschung, https://blog.fluchtforschung.net/senegalese-corona-songs-as-a-source-of-information-for-refugees-and-migrants/, Zugriff 20.01.21.

 

Olivier-Mensah, Claudia/Duscha, Annemarie/Stier, Julia/Feneberg, Valentin/Jung, Laura/Meier, Brit/Samhammer, David (2020): „Lebensweltnahe Rückkehrperspektiven entwickeln. Bedürfnisse, Vulnerabilitäten und Unterstützung von Geflüchteten in Deutschland. Forschungsbericht.“ Mainz: Johannes Gutenberg-Universität.

 

Projekte:

TRANSMIT - Transnational Perspectives on Migrant Integration (Projektmitarbeiterin)

Das Projekt TRANSMIT im Rahmen der DeZIM-Forschungsgemeinschaft hat zum Ziel, zu erforschen wie sich unterschiedliche Migrationsverläufe und Integrationserfahrungen in Zielländern auf zukünftige Migrationsbestrebungen entlang von Migrationsrouten auswirken, indem es eine langfristig orientierte und integrierte Dateninfrastruktur aufbaut, die quantitative und qualitative Daten in Ursprungs-, Transit- und Zielländern sammelt und systematisch verknüpft. Regional konzentriert sich TRANSMIT auf zwei für Europa und Deutschland zentrale Herkunfts- bzw. Transitregionen: Westafrika (insb. Senegal und Gambia, Marokko und Nigeria) sowie die MENA Region (insb. Libanon und die Türkei). Die erhobenen Daten umfassen sowohl (potenzielle) Migrant*innen vor, während und nach ihrer Migration, als auch die nicht-migrantische Bevölkerung sowie relevante Akteure aus Politik und Zivilgesellschaft. So finden die individuellen und familiären Einflüsse, regionalspezifische Charakteristika und politische Prozesse Beachtung. 

Who is Responsible for the Spread of the Corona Virus? (Projektleitung mit Tamara Bogatzki und Jana Catalina Glaese)

Das Projekt untersucht zwei Fragen: Erstens, welche Gruppen werden von Menschen in Deutschland für die Verbreitung des Coronavirus verantwortlich gemacht? Und zweitens, können die individuellen, soziodemographischen Charakteristika, die Charakteristika des Bezirks/Landkreises und die aktuellen Diskussionen in den Medien dabei helfen, vorauszusagen, welche Gruppen verantwortlich gemacht 
werden? Zur Beantwortung dieser Fragen benutzt das Projekt die Daten des aktuell andauernden repräsentativen Surveys, welches von der Abteilung Migration and Diversity (WZB) durchgeführt wird, sowie News Daten, die zusätzlich unabhängig vom Survey gesammelt werden. Das Survey enthält eine offene Frage, die die Teilnehmenden fragt, bis zu drei Gruppen zu nennen, die sie für die Verbreitung der Pandemie verantwortlich halten. Interviewte können beispielsweise Gruppen anhand ethnischer Linien, dem Alter und/oder bestimmten Verhaltensweisen wie Pendeln oder häufiges Reisen unterscheiden. Vorläufige Ergebnisse von bereits erhobenen Umfragewellen deuten darauf hin, dass die Survey­ Teilnehmenden sehr unterschiedliche Gruppen nennen. In Bezug auf Rassismus werden häufig Nationalitäten genannt: Doch es gibt auch eine erhebliche Zahl an Befragten, die sich aktiv gegen das Nennen von Gruppen aussprechen oder die Frage als rassistisch kritisieren. Das Projekt wird unterschiedliche Theorien testen, die eine größere Bedeutung von ethnischen Kategorien bei einer substantiellen Bedrohung voraussagen. Zusätzlich wird untersucht, ob negative Kategorien sich mit der Zeit und mit unterschiedlichen demographischen Faktoren verändern