Direkt zum Inhalt Direkt zur Suche Direkt zur Navigation

Humboldt-Universität zu Berlin - Soziologie der Arbeit und Geschlechterverhältnisse

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Sozialwissen­schaften | Soziologie der Arbeit und Geschlechterverhältnisse | Profil des Lehrbereichs Soziologie der Arbeit und Geschlechterverhältnisse

Profil des Lehrbereichs Soziologie der Arbeit und Geschlechterverhältnisse

Die historische Entwicklung gesellschaftlicher Arbeit und gesellschaftlicher Organisationsformen von Arbeit und deren geschlechtsspezifische Verfasstheit; Geschlecht als soziologische Kategorie in verschiedenen Theorien; Rekonstruktion der Wirkungsmacht von Geschlecht in modernen differenzierten Gesellschaften; gesellschaftlicher Strukturwandel: Theorie und Empirie von Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft; Organisationsformen von Arbeit, einschließlich der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern und zwischen "produktiver" und "reproduktiver" (privater) Arbeit; Geschlechterverhältnisse im sozialen Wandel; institutionelle Einbindung von Arbeits- und Organisationsformen; soziale und berufliche Strukturen moderner Gesellschaften; Technikentwicklung und Wandel von Arbeit und Organisation; Arbeitsbeziehungen (und Zeitstrukturen); internationaler Vergleich und kulturelle Unterschiede in der Verfasstheit von Arbeit, Organisation und Geschlecht

Wissensschaftstheoretischer und empirischer Kern des Lehr- und Forschungsgebietes ist eine Soziologie der Arbeit und Geschlechterverhältnisse, die sich mit der Reorganisation von Beschäftigungsstrukturen, neuen Formen gesellschaftlicher Arbeitsteilung und betrieblichen Arbeitsorganisationen in der Industrie und den Dienstleistungen befaßt, und sich dabei dezidiert gender-Aspekten zuwendet. Dies überschreitet sowohl die Grenzen traditioneller Industrie- und Betriebssoziologie als auch die gängiger Geschlechterforschung. In der Lehre werden theoretische Grundlagen der Arbeits-, Industrie und Organisationssoziologie sowie der Soziologie der Geschlechterverhältnisse vermittelt. Das Lehrgebiet versteht sich jedoch zugleich als innovativer Versuch, diese soziologischen Disziplinen zu integrieren. Es stellt sich damit der gesellschaftlichen Dynamik und trägt der Tatsache Rechnung, daß auf der Schnittstelle von (Erwerbs)Arbeit und Geschlechterverhältnissen gravierende Wandlungsprozesse stattfinden.

Die soziale Konstruktion von Geschlecht und die Reproduktion geschlechtsspezifischer Ungleichheiten erfolgen in starkem Maße in der Verteilung und Organisation von Arbeit. Die traditionelle Arbeits-, Industrie- und Organisationssoziologie erweist sich bisher allerdings weitgehend als geschlechtsblind. In der Überzeugung, daß sich die bisher getrennt geführten soziologischen Diskurse gegenseitig ergänzen und befruchten können, wird in Lehre und Forschung angestrebt, Entwicklungsprozesse im Bereich gesellschaftlicher Arbeit (im breitesten Sinne) zu analysieren und zu vermitteln. In der Lehre werden theoretische Grundlagen der Arbeits-, Industrie- und Organisationssoziologie sowie der Soziologie der Geschlechterverhältnisse vermittelt, die im Hauptstudium spezifiziert werden. Hier geht es auch - vor allem im Rahmen von Projektseminaren - um die Einbeziehung der Studierenden in den laufenden Forschungsprozess.