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Wahrnehmung und Bewertung von Managereinkommen
Noch nie seit der Wiedervereinigung war eine größere Diskrepanz zwischen den tatsächlich wahrgenommenen und den als gerecht empfundenen Einkommen der Vorstandsvorsitzenden großer deutscher Unternehmen feststellbar. Die Entwicklung der gerechten Einkommen folgt dabei zeitverzögert der Entwicklung der tatsächlichen Einkommen. Aus diesem Grund werden auch 2009 höhere Gehälter als legitim erachtet als noch ein Jahr vor Ausbruch der Krise. Dieser „Ankereffekt“ hat sich zuletzt jedoch abgeschwächt.
Gerechtigkeitsprinzipien 1991-2009
„Der Staat sollte eine Obergrenze für die Einkommenshöhe festsetzen“, findet mittlerweile eine Mehrheit der Befragten. Zu sehen ist ein erstaunlich starker Anstieg um fast 10 Prozentpunkte in den letzten drei Jahren für eine Maßnahme, die früher (zumindest im Westen) eher eine Minderheitenposition war. Umgekehrt ist die Zustimmung zur Aussage „Ein Anreiz für Leistung besteht nur, wenn die Einkommensunterschiede groß genug sind“ auf dem niedrigsten Stand seit 18 Jahren. Eine kritischere Sichtweise der wachsenden Einkommensungleichheit hat allerdings bereits vor Ausbruch der Finanzkrise eingesetzt.