Direkt zum Inhalt Direkt zur Suche Direkt zur Navigation

Humboldt-Universität zu Berlin - Empirische Sozialforschung

Allgemeine Informationen

 

Aufgaben des Lehrbereichs

Das Lehrgebiet umfasst alle Bereiche der Methodenlehre der empirischen Sozial­forschung. In Übereinstimmung mit der Studiengangsempfehlung der Kultus­minister­konferenz bietet das Institut für Sozialwissenschaften im Grund- und Hauptstudium aufeinander aufbauende obligatorische Lehrver­anstaltungen an, durch die die Studierenden in die Lage versetzt werden sollen, eigene empirische sozialwissen­schaftliche Untersuchungen durchführen und empirische Forschungs­ar­beiten sach­kundig beurteilen zu können. Im Vordergrund steht die Vermittlung des metho­do­logischen und wissenschaftstheoretischen Grundlagenwissens in der Praxis, d. h., es wird versucht, dass die Studierenden im Grundstudium durch Übungen in "Empirischer Sozialforschung" und im Hauptstudium im Rahmen von Projekt­seminaren selbst an den Arbeiten von Forschungsprojekten beteiligt sind und so die einzelnen Phasen des Forschungs­prozesses praktisch kennenlernen. Die quanti­tative und qualitative Sozialforschung wird in der Ausbildung bewusst als gleich­gewichtig behandelt.

Bedingt durch die personelle Zusammensetzung des Lehrbereichs stehen inhaltlich bestimmte Themenschwerpunkte im Vordergrund, so dass die Projektseminare und Anwendungsbeispiele bevorzugt aus diesen Bereichen stammen. Das ist vor allem die soziale Schichtungs- und Mobilitätsforschung bzw. allgemein ein sozial­strukturanalytischer Fokus. Dazu gehören aber auch die "subjektiven Phänomene" der sozialen Schichtung, also kultursoziologische Fragestellungen und Fragen aus dem Bereich der Einstellungsforschung. Ein Beispiel dafür ist die empirische soziale Gerechtigkeitsforschung als besonderer Forschungsschwerpunkt des Lehrbereichs (siehe z. B. die Homepage des ISJP Projekts unter www.isjp.de).

Im Grundstudium sieht das Schema des Lehrangebots für die Studierenden im Hauptfach die Teilnahme an einem drei­seme­strigen Ausbildungszyklus vor, der sich in zwei Abschnitte gliedert: Empirische Sozial­forschung I und Empirische Sozial­for­schung II. Der Ausbildungszyklus im Grundstudium beginnt jeweils in einem Wintersemester.

Im Hauptstudium stehen den Studierenden im Bereich der empirischen Sozialforschung regelmäßig angebotene fortgeschrittene Seminare (etwa zu Skalierungsverfahren oder speziellen Analysemethoden) und Kolloquien offen. Der Schwerpunkt in diesem Ausbildungsabschnitt wird jedoch von einem Projektseminar (Lehrprojekt) gebildet, das über mindestens zwei Semester läuft und in dem ein empirisches Projekt bearbeitet und in Form eines Forschungsberichts abgeschlossen werden soll. Thematisch werden Fragestellungen aus dem Studienschwerpunkt "Soziale Institutionen und Kultur" behandelt.

 

Organisation der Methodenausbildung

Die Ausbildung in den Methoden der empirischen Sozialforschung stellt einen wichtigen Bestandteil des Grundstudiums im Studiengang der Sozialwissenschaften dar. Die Studierenden sollen in diesem Abschnitt mit allen methodischen und wissenschaftstheoretischen Aspekten der empirischen Sozialforschung, insbesondere mit den quantitativen und qualitativen Datenerhebungs- und Auswertungsmethoden vertraut gemacht werden und den praktischen Umgang mit diesen Verfahren in eigener Arbeit erlernen. Die Ausbildung in diesem Bereich folgt einem zyklischen Ablauf, der die Belegung ganz bestimmter Veranstaltungen jeweils im 1., 2. und 3. Studiensemester vorsieht. 

Im Kern besteht die Ausbildung aus einer Vorlesung und drei vierstündigen, verbundenen Ausbildungsblöcken, die aufeinanderfolgend vom ersten Wintersemester an belegt werden müssen (vgl. das Schema des Lehrangebots am Ende dieses Textes). Es handelt sich um:

 

 

Die Vorlesung Sozialwissenschaftliche Methodenlehre gibt einen Überblick über alle Themen im Bereich der quantitativen und qualitativen Methoden und der Wissenschaftstheorie der empirischen Sozialforschung. Sie wird jeweils im Wintersemester angeboten. Der in dieser Veranstaltung behandelte Stoff wird in dem sich anschließenden Proseminar Empirische Sozialforschung I vorausgesetzt, weswegen die Vorlesung am Studienbeginn - im 1. Wintersemester - besucht werden muss. Im Bachelor-Studiengang stellt die bestandene Klausur den Leistungsnachweis für den Erwerb der Studienpunkte für die Vorlesung dar.

Die Statistik-Proseminare und die EDV-Übungen gehören jeweils zusammen. In den Übungen wird das, was in den Proseminaren theoretisch vermittelt wurde, praktisch am Computer eingeübt. Die zwei Blöcke I und II sind aufeinander aufgebaut, d. h., um an Statistik II und der EDV-Übung II teilzunehmen, müssen Statistik I und die EDV-Übung I vorher absolviert worden sein. Studierende, die an einer anderen Universität studiert haben und bereits bestimmte Methodenkenntnisse nachweisen, können nach einer inhaltlichen Einzelfallbeurteilung ihre Vorleistungen anerkannt bekommen (bitte an Professor Wegener wenden). Der Zyklus (Statistik I und II und die entsprechenden Übungen) beginnt immer in einem Wintersemester. 

In den Übungen Empirische Sozialforschung I und II werden Datenerhebungsmethoden vorgestellt und im Rahmen einer eigenen empirischen Untersuchung praktisch angewendet. Empirische Sozialforschung I vermittelt die Methoden theoretisch, während Empirische Sozialforschung II ausschließlich dafür vorgesehen ist, dass die Studierenden eine eigene Erhebung durchführen und darüber in selbständiger Gruppenarbeit einen Forschungsbericht schreiben. Empirische Sozialforschung I wird jeweils im Sommersemester, Empirische Sozialforschung II im Wintersemester angeboten (so dass Sie an ESFI in Ihrem 2. und an ESFII in Ihrem 3. Semester teilnehmen müssen).

An der Methodenvorlesung ebenso wie an der Übung Empirische Sozialforschung I können auch Studierende, die Sozialwissenschaften im Nebenfach studieren, teilnehmen. Bei den Statistik-Proseminaren und den dazugehörigen Übungen ist dies aus Kapazitätsgründen nicht möglich. Ebenfalls aus Kapazitätsgründen wird dringend empfohlen, dass Nebenfachstudierende Ihren "Methodenschein" in der Methodenvorlesung (durch Klausur) erwerben und nicht in der Übung Empirische Sozialforschung I.

 

Bachelor-Studierende erwerben ihre Studienpunkte in den drei Kursen des Methodenmoduls - in Methoden der empirischen Sozialforschung I (Statistik und EDV), Methoden der empirischen Sozialforschung II (Empirische Sozialforschung) und der Methoden-Vorlesung. Sie schließen diese Kurse mit Klausuren bzw. den Forschungsberichten als Leistungsnachweise ab.

Die Übertragung auf den BA-Studiengang enthält diese identischen Elemente. Basisinformation, das Strukturmodell und die Beschreibung des Methodenmoduls im Rahmen der Bachelor-Ausbildung finden sich auf den Seiten des Studienbüros des ISW.

Wenn Sie Fragen haben oder wenn es um besondere Einzelfallregelungen geht, wenden Sie sich bitte an die Studienberaterin Frau Dr. Lohr (Universitätsstr. 3b, R 320, Tel. 2093-4358, e-mail karin.lohr@rz.hu-berlin.de) oder an Prof. Wegener (Universitätsstr. 3b, R 127, Tel. 2093-4434, e-mail wegener@empisoz.de ).

 
 

Methodenmodul
1.
Semester
2.
Semester
3.
Semester
SWM
Sozialwissenschaftliche Methodenlehre
(Überblick über den in I und II behandelten Stoff)
ESF I
Empirische Sozialforschung I
(quantitative und qualitative Datenerhebungsmethoden)
ESF II
Empirische Sozialforschung II
(Fragebogenkonstruktion, eigene Erhebung)
STAT I
Statistik I
(Deskriptive und schließende Statistik, lineare Regression)
STAT II
Statistik II
(logistische Regression, Faktoranalyse)
 
EDV I
EDV-Übung I
(Datenauswertungen)
EDV II
EDV-Übung II
(Datenauswertungen)